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FÜR DIE FAMILIE | ELTERN

Wenn Kinder mit beunruhigenden Nachrichten konfrontiert werden

Im Fernsehen, auf Handys, Tablets und Computern jagt eine Schreckensmeldung die nächste – oft begleitet von schockierenden Bildern.

Und Kinder sehen zu.

Wie kann man die emotionalen Auswirkungen unter Kontrolle halten?

 Was machen Nachrichten mit Kindern?

  • Schockierende Bilder gehen an Kindern nicht spurlos vorüber. Vielleicht spricht ein Kind nicht offen über seine Gefühle, ist aber in Wirklichkeit zutiefst erschüttert. * Und Unsicherheit kann sich durch übertriebene Ängste der Eltern noch verstärken.

  • Kinder deuten Nachrichtenbilder mitunter falsch. Zum Beispiel ziehen einige den Schluss, dass das, was sie sehen, ihrer Familie passieren wird. Und kleine Kinder, die eine bestimmte Meldung wiederholt sehen, könnten denken, dass sich auch das Ereignis ständig wiederholt.

  • Kinder können Nachrichten oft nicht richtig einordnen. Ihnen ist nicht unbedingt klar, dass Nachrichtenagenturen aus Profitgründen auf ein großes Publikum angewiesen sind. Oft werden Berichte möglichst dramatisch präsentiert, um die Einschaltquoten hochzuhalten.

 Wie kann man verängstigten Kindern helfen?

  • Den Nachrichtenkonsum einschränken. Natürlich dürfen Kinder erfahren, was in der Welt vor sich geht. Aber wenn sie einer beunruhigenden Nachricht immer und immer wieder ausgesetzt sind, richtet das eher Schaden an.

    „Manchmal sprechen wir in allen Einzelheiten über eine Nachrichtenmeldung und merken gar nicht, wie schlimm es für unsere Kinder ist, wenn sie das mitbekommen“ (Maria).

    Grundsatz aus der Bibel: „Sorgen bedrücken das Herz“ (Sprüche 12:25).

  • Geduldig zuhören, mitfühlend reagieren. Wenn es einem Kind schwerfällt, über ein bestimmtes Ereignis zu sprechen, kann es stattdessen vielleicht ein Bild malen. Ängste anzusprechen ist gut, aber man sollte sich kindgerecht ausdrücken und nicht zu sehr ins Detail gehen.

    „Ich glaube, unserer Tochter hilft es sehr, wenn wir uns mit ihr hinsetzen und ihr zuhören. Mit ‚Daran müssen wir uns gewöhnen, das ist jetzt einfach so‘ hilft man ihr nicht weiter“ (Sarahi).

    Grundsatz aus der Bibel: „Jeder soll schnell sein zum Hören, langsam zum Reden“ (Jakobus 1:19).

  • Dem Kind helfen, die Nachrichtenmeldung richtig einzuordnen. Ein Bericht über eine Entführung beispielsweise könnte so ein Verbrechen viel alltäglicher erscheinen lassen, als es tatsächlich ist. Es hilft dem Kind zu erfahren, welche Sicherheitsmaßnahmen die Eltern getroffen haben. Außerdem ist so ein Vorfall ja deswegen in den Medien, weil er selten vorkommt, nicht weil er gang und gäbe ist.

    „Man darf seine Kinder mit ihren Gefühlen nicht alleinlassen. Gefühle folgen ja oft auf Gedanken. Wenn man die Gedanken seiner Kinder also in positive Bahnen lenkt, vertreibt das die dunklen Wolken“ (Lourdes).

    Grundsatz aus der Bibel: „Das Herz des Weisen gibt seinem Mund Einsicht und seine Worte haben größere Überzeugungskraft“ (Sprüche 16:23).

^ Abs. 10 Kleine Kinder reagieren manchmal mit Bettnässen, Schulangst oder auch mit Verlustängsten, sobald sie von ihren Eltern getrennt sind.