Zurück zum Inhalt

Zum Inhaltsverzeichnis springen

Wie findet man Frieden in einer unruhigen Welt?

Wie findet man Frieden in einer unruhigen Welt?

 Wie findet man Frieden in einer unruhigen Welt?

DIE Frage „Leben Sie in Ruhe und Frieden?“ würden viele eindeutig mit Nein beantworten. Tagaus, tagein haben sie unter politischen Unruhen, ethnischen Konflikten oder Terrorismus zu leiden. Selbst wer nicht in einem Krisengebiet wohnt, hat es oft schwer, Ruhe zu finden — bedingt durch Kriminalität, Schikanen, Ärger mit Arbeitskollegen oder Nachbarn. Und sogar das Zuhause gleicht mitunter eher einer Kampfzone als einer Oase des Friedens.

Viele sehnen sich heute auch nach innerem Frieden. Deshalb probieren sie es mit der Religion, mit Meditationskursen, mit Yogagruppen. Oder sie versuchen, in der Natur zur Ruhe zu kommen: Sie machen Urlaub in den Bergen, in der Wildnis, in Kurbädern. Doch leider müssen sie oft feststellen, dass der Entspannungseffekt nur oberflächlich ist und nicht lange anhält.

Wo kann man denn nun wirklich Frieden finden? Bei unserem Schöpfer, Jehova Gott! Er ist „der Gott, der Frieden gibt“ (Römer 15:33). Unter seiner Regierung, die bald beginnt, wird „Fülle von Frieden“ vorhanden sein (Psalm 72:7; Matthäus 6:9, 10). Dieser Frieden wird viel mehr erreichen als ein wackeliges Friedensabkommen, das nicht selten nur für eine Atempause in einem Kampfgeschehen sorgt. Der Frieden, den Gott schafft, wird jeder Ursache von Kriegen und Auseinandersetzungen ein Ende machen. Niemand wird mehr zum Kämpfen ausgebildet werden (Psalm 46:8, 9). Frieden überall — für jedermann. Endlich!

Das sind herrliche Aussichten, doch man möchte ja auch jetzt schon etwas mehr Ruhe verspüren. Gibt es einen Weg zu innerem Frieden, der einem durch  die stürmischen Zeiten heute hindurchhelfen kann? Ja, unbedingt. Die Bibel zeigt uns die Richtung, und zwar im vierten Kapitel des Briefes, den der Apostel Paulus an die Philipper schrieb. Sie können gern einmal selbst die Verse 4 bis 13 in Ihrer Bibel nachlesen.

„Der Frieden Gottes“

In Vers 7 steht: „Der Frieden Gottes, der alles Denken übertrifft, wird euer Herz und eure Denkkraft durch Christus Jesus behüten.“ Diese Art Frieden stellt sich nicht einfach durch Meditation oder durch Weiterentwicklung der Persönlichkeit ein, sondern kommt von Gott. So stark ist dieser Frieden, dass er „alles Denken übertrifft“. Er ist tatsächlich größer als sämtliche Befürchtungen und Überlegungen, die man so hat, und alle Kenntnisse, über die man verfügt. Denn selbst wenn man die eigene Lage für aussichtslos hält, schenkt einem der Frieden, den Gott gibt, doch tief im Innern die Gewissheit, dass eines Tages alle Schwierigkeiten gelöst sind — so wie die Bibel es felsenfest verspricht.

Ein Ding der Unmöglichkeit? Für Menschen schon, aber: „Bei Gott sind alle Dinge möglich“ (Markus 10:27). Wer an Gott glaubt und ihm vertraut, dem wachsen die eigenen Ängste und Sorgen nicht so schnell über den Kopf. Es ist wie bei einem Kind, das sich in einem Kaufhaus verlaufen hat: Das Kind weiß genau, dass es nur seine Mutti zu finden braucht, und dann ist alles wieder gut. Mutti nimmt es in die Arme und tröstet es. Genauso können wir uns darauf verlassen, dass Gott uns sozusagen in die Arme nimmt, beruhigt und letztlich all unsere Sorgen vertreiben wird.

Viele Zeugen Jehovas haben den Frieden Gottes bereits unter äußerst schwierigen Umständen verspürt. Nadine zum Beispiel, die tragischerweise eine Fehlgeburt hatte, erzählt: „Ich bin ein Mensch, der nicht gut über seine Gefühle reden kann und nach außen immer stark ist. Doch innerlich hat es mir das Herz zerrissen. Ich habe fast täglich Jehova mein Herz ausgeschüttet und ihn um Hilfe gebeten. Ich habe erlebt, welche Kraft das Gebet hat. Denn immer, wenn es mir am schlechtesten ging und ich dachte, ich kann nicht mehr, verspürte ich innere Ruhe und Frieden. Ich konnte aufhören zu weinen und habe mich geborgen gefühlt.“

Ein Schutz für Gefühle und Gedanken

Zurück zu Philipper 4:7. Dort steht ja, der Frieden Gottes würde das Herz und die Denkkraft, das heißt Gefühle und Gedanken, behüten. Wie ein Wachtposten, der niemand Unbefugtes durchlässt, beschützt der Frieden Gottes unser Herz vor unnötigen Sorgen, unchristlichen Wertvorstellungen und vor einem rein konsumorientierten Denken. Dazu folgende Überlegung:

In unserer instabilen Welt glauben viele, man brauche eine solide finanzielle Grundlage, um sich sicher zu fühlen und glücklich zu sein. Auf Anraten von Experten haben sie zum Beispiel einen Teil ihrer Ersparnisse in Wertpapieren angelegt. Sind sie damit ihre Sorgen losgeworden? Nicht unbedingt. Ängstlich verfolgen sie die Kurse und überlegen, wie sie weiter vorgehen sollen: Kaufen, verkaufen oder lieber doch abwarten? Und wenn dann die Kurse fallen, ist die Panik groß. Nicht dass die Bibel Geldanlagen grundsätzlich verurteilt, aber sie sagt aus gutem Grund: „Wer nur Silber liebt, wird mit Silber nicht gesättigt werden, noch jemand, der Reichtum liebt, mit Einkünften. Auch das ist Nichtigkeit. Süß ist der Schlaf des Dienenden, ungeachtet, ob es wenig oder viel sei, was er isst; aber der Überfluss, der dem Reichen gehört, lässt ihn nicht schlafen“ (Prediger 5:10, 12).

Philipper 4:7 erwähnt am Schluss, dass der Frieden Gottes unser Herz und unsere Gedanken „durch Christus Jesus“ behütet. Was hat Christus Jesus mit dem Frieden Gottes zu tun? Nun, Jesus nimmt bei der Umsetzung des Willens Gottes die Schlüsselrolle ein. Er opferte sein Leben, damit Menschen von Sünde und Tod erlöst werden können (Johannes 3:16). Außerdem hat Gott Jesus als König seiner Regierung eingesetzt. Die Rolle Jesu zu erkennen kann uns innere Ruhe geben. Wieso?

Wenn wir unsere Sünden wirklich bereuen, an die Kraft des Opfers Jesu glauben und Gott aufgrund dessen um Verzeihung bitten, wird Gott uns vergeben. Das trägt nicht unwesentlich zu unserem inneren Frieden bei (Apostelgeschichte 3:19). Darüber hinaus werden wir nicht  hektisch versuchen, jetzt schon aus dem Leben das Letzte herauszuholen. Denn wir wissen, dass wir das Leben sowieso erst unter der Regierung Christi richtig auskosten können (1. Timotheus 6:19). Dadurch bleiben uns Sorgen natürlich nicht völlig erspart, doch wir finden in der festen Hoffnung Trost, dass das Beste ja erst noch kommt.

Wie man den Frieden erhält, den Gott gibt

Wie erhält man denn den Frieden, den Gott gibt? Philipper 4:4, 5 hilft da weiter: „Freut euch allezeit im Herrn. Nochmals will ich sagen: Freut euch! Lasst eure Vernünftigkeit allen Menschen bekannt werden. Der Herr ist nahe.“ Als Paulus das schrieb, war er ungerechterweise in Rom eingesperrt (Philipper 1:13). Statt sich über die unfaire Behandlung zu beklagen, ermunterte er seine Glaubensbrüder, sich stets im Herrn zu freuen. Seine eigene Freude hing eindeutig nicht von äußeren Umständen ab, sondern von seiner Beziehung zu Gott. Auch für uns kommt es darauf an, Freude daran zu finden, etwas für Gott zu tun — egal wie die Umstände gerade sind. Je besser man Jehova kennenlernt und je enger man sich an das hält, was er möchte, desto glücklicher wird man als Christ sein. Die Folge? Innere Zufriedenheit und Gelassenheit.

Das nächste Stichwort ist Vernünftigkeit. Vernunft hilft, von sich keine Perfektion zu erwarten. Schließlich gibt es niemand, der immer und auf allen Gebieten der Beste ist. Wieso sich also den Kopf darüber zerbrechen, wie man etwas perfekt oder zumindest besser als alle anderen hinbekommt? Wer vernünftig ist, erwartet auch von anderen nicht, dass sie sich immer perfekt verhalten. Es regt ihn dann nicht gleich auf, wenn jemand etwas tut, was ihm gegen den Strich geht. Das griechische Wort für „Vernünftigkeit“ wird auch mit „Nachgiebigkeit“ übersetzt. Wenn man zum Beispiel in Geschmacksfragen nachgiebig ist, vermeidet man Streitereien, die sowieso meist nicht viel bringen. Außer dass sie einem vorübergehend den Frieden rauben — nicht nur den eigenen, sondern auch den mit anderen.

Dann heißt es ja noch in Philipper 4:5: „Der Herr ist nahe.“ Diese Aussage taucht anscheinend etwas unvermittelt auf. Es stimmt natürlich, dass Gott bald eine neue Welt herbeiführt, die unter seiner Regierung stehen wird. Doch abgesehen davon kann Gott auch heute jedem nahe sein, der seine Nähe wirklich sucht (Apostelgeschichte 17:27; Jakobus 4:8). Allein dieses Bewusstsein hilft einem, sich zu freuen, vernünftig zu sein und wegen Alltagsproblemen oder Zukunftsperspektiven nicht „ängstlich besorgt“ zu sein, wie es dann in Vers 6 heißt.

Aus den Versen 6 und 7 wird auch deutlich, dass sich der Frieden Gottes als direkte Folge des Gebets einstellt. So mancher hält das Gebet lediglich für eine Art Meditation — eine Methode, um innere Gelassenheit zu erreichen. Die Bibel versteht unter Gebet aber ein richtiges Gespräch mit Jehova Gott: so vertraut und persönlich, wie wenn sich ein Kind Vati oder Mutti mit allen seinen Sorgen und Ängsten anvertraut. Wie beruhigend, dass man mit allem zu Gott kommen kann! Unserem himmlischen Vater können wir alles anvertrauen, was uns durch den Kopf geht oder uns ganz tief im Innern bewegt.

Vers 8 rät, sich auf Positives zu konzentrieren. Das allein reicht allerdings nicht aus. Wie Vers 9 erklärt, muss man die guten Ratschläge der Bibel auch praktisch umsetzen. Das führt nicht zuletzt zu einem reinen Gewissen. Und bekanntlich ist ja ein gutes Gewissen ein sanftes Ruhekissen!

Man kann somit tatsächlich inneren Frieden verspüren. Dieser Frieden stammt von Jehova Gott. Er gibt ihn jedem, der seine Nähe sucht und seiner Führung gern folgen möchte. Es wäre schön, wenn auch Sie sich näher mit Gottes Wort, der Bibel, beschäftigen. Dann werden Sie noch besser kennenlernen, wie Gott denkt. Nach Gottes Leitlinien zu leben ist zwar nicht unbedingt leicht, aber es ist es wert! Denn wie sagt die Bibel? „Der Gott des Friedens wird mit euch sein“ (Philipper 4:9).

[Herausgestellter Text auf Seite 10]

Der „Frieden Gottes“ behütet das Herz PHILIPPER 4:7

[Herausgestellter Text auf Seite 12]

Wie beruhigend, dass man mit allem zu Gott kommen kann!