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Allmächtig und doch rücksichtsvoll

Allmächtig und doch rücksichtsvoll

„[Jehova] kennt unsere Beschaffenheit nur zu gut, er denkt daran, dass wir Staub sind“ (PS. 103:14, NW, 2013)

LIEDER: 30, 10

1, 2. (a) Wie gehen Menschen oft miteinander um, und wie behandelt uns Jehova? (b) Worum geht es in diesem Artikel?

MÄCHTIGE, einflussreiche Personen spielen sich oft als Herren über andere auf oder unterdrücken sie sogar (Mat. 20:25; Pred. 8:9). Jehova ist da ganz anders! Er ist allmächtig, doch er nimmt Rücksicht auf unvollkommene Menschen und kümmert sich fürsorglich um sie. Jehova berücksichtigt unsere Gefühle und Bedürfnisse. „Er denkt daran, dass wir Staub sind“, und verlangt nie zu viel von uns (Ps. 103:13, 14, NW, 2013).

2 In der Bibel gibt es viele Beispiele, die zeigen, wie rücksichtsvoll Jehova mit seinen Dienern umgeht. Wir wollen uns drei davon ansehen. Erstens: Wie liebevoll Jehova dem jungen Samuel half, als dieser dem Hohen Priester Eli eine Gerichtsbotschaft überbringen sollte. Zweitens: Wie geduldig Jehova war, als er Moses zum Führer Israels machen wollte und dieser immer wieder etwas einzuwenden hatte. Drittens: Wie Jehova auf die Israeliten Rücksicht nahm, als sie aus Ägypten  auszogen. Überleg dir doch, was dir diese Beispiele über Jehova sagen und was du von ihm lernen kannst.

EIN RÜCKSICHTSVOLLER VATER

3. Was erlebte Samuel eines Abends, und welche Frage stellt sich? (Siehe Anfangsbild.)

3 Samuel begann seinen „Dienst für Jehova“ an der Stiftshütte, als er noch klein war (1. Sam. 3:1). Nachdem sich Samuel eines Abends schlafen gelegt hatte, passierte etwas Ungewöhnliches. * (Lies 1. Samuel 3:2-10.) Er hörte jemand seinen Namen rufen. Weil er dachte, es sei der Hohe Priester Eli, rannte er sofort zu ihm und sagte: „Hier bin ich, denn du hast mich gerufen.“ Eli antwortete: „Ich habe nicht gerufen.“ Das Ganze passierte zwei weitere Male. Da wurde Eli klar, dass es Jehova war, der Samuel rief. Also erklärte er dem Jungen, wie er reagieren sollte, und Samuel gehorchte. Warum gab sich Jehova dem Jungen nicht gleich zu erkennen? Die Bibel sagt dazu nichts. Aber wie die Ereignisse zeigen, nahm Jehova wohl Rücksicht auf den jungen Samuel.

4, 5. (a) Wie reagierte Samuel auf Gottes Auftrag, und wie ging die Sache am nächsten Tag weiter? (b) Was lernen wir aus dem Bericht über Jehova?

4 Lies 1. Samuel 3:11-18. Im Gesetz Jehovas werden Kinder angewiesen, ältere Menschen zu respektieren, besonders Vorsteher (2. Mo. 22:28; 3. Mo. 19:32). Man kann sich also kaum vorstellen, dass Samuel am nächsten Morgen zu Eli gegangen wäre und ihm ganz offen Gottes Gerichtsbotschaft mitgeteilt hätte. Wie der Bibelbericht zeigt, hatte Samuel sogar Angst, Eli von der Vision zu erzählen. Doch Gott gab Eli zu verstehen, dass er Samuel rief. Darauf nahm Eli die Sache in die Hand und forderte Samuel auf, ihm alles zu sagen. Samuel gehorchte.

5 Was Samuel berichtete, dürfte Eli nicht überrascht haben. Es deckte sich mit dem, was ein namentlich nicht genannter „Mann Gottes“ schon früher zu ihm gesagt hatte (1. Sam. 2:27-36). Dieser Bericht über Samuel und Eli zeigt uns, wie rücksichtsvoll und weise Jehova ist.

6. Was lernen wir daraus, wie Gott auf Samuel einging?

6 Bist du ein Kind oder ein Jugendlicher? Dann zeigt dir der Bericht über den jungen Samuel: Jehova weiß, was dir zu schaffen macht und wie es dir dabei geht. Vielleicht bist du schüchtern und hast nicht den Mut, über deinen Glauben zu sprechen oder anders zu sein als die anderen. Jehova will dir helfen — darauf kannst du zählen. Schütte ihm dein Herz aus (Ps. 62:8). Denk über junge Leute in der Bibel nach, zum Beispiel über Samuel. Und sprich mit Brüdern und Schwestern, ob jung oder alt, die ähnliche Situationen durchgestanden haben. Sie können dir bestimmt erzählen, wie Jehova ihnen geholfen hat — vielleicht ganz anders, als sie es gedacht hätten.

JEHOVA NIMMT RÜCKSICHT AUF MOSES

7, 8. Wie ging Jehova mit Moses um?

7 Als Moses 80 Jahre alt war, bekam er von Jehova eine beängstigende Aufgabe: Moses sollte Israel aus der Sklaverei in Ägypten befreien (2. Mo. 3:10). Er fühlte sich von diesem Auftrag völlig überfordert, schließlich hatte er in Midian 40 Jahre nur Schafe gehütet. „Wer bin ich, dass ich zu Pharao gehen sollte und dass ich die Söhne Israels aus Ägypten  hinausführen muss?“, fragte er. Jehova versicherte ihm, dass er bei ihm sein würde (2. Mo. 3:11, 12). Und er versprach ihm, die Ältesten von Israel würden ganz bestimmt auf ihn hören. Moses antwortete jedoch: „Angenommen aber, sie . . . hören nicht auf meine Stimme“ (2. Mo. 3:18; 4:1). Moses widersprach Gott regelrecht! Doch Jehova war geduldig mit ihm. Und er gab Moses sogar die Macht, Wunder zu wirken. Damit ist Moses der erste Mensch, von dem die Bibel das berichtet (2. Mo. 4:2-9, 21).

8 Moses suchte trotzdem noch Ausflüchte. Er meinte, er sei kein guter Redner. Darauf versprach Jehova, ihm beizustehen, und fügte hinzu: „Ich will dich lehren, was du sprechen sollst.“ War Moses jetzt überzeugt? Offensichtlich nicht, denn er bat Gott vorsichtig, doch jemand anders zu schicken. Da wurde Jehova zu Recht zornig. Aber er nahm Rücksicht auf Moses und bestimmte Aaron als Sprecher (2. Mo. 4:10-16).

9. Was bewirkte Jehovas Geduld und Rücksicht bei Moses?

9 Was lernen wir aus diesem Bericht über Jehova? Als der allmächtige Gott hätte er Moses einschüchtern können. Stattdessen ging Jehova freundlich und geduldig mit ihm um und versicherte seinem bescheidenen, demütigen Diener, er würde ihm beistehen. Hatte er damit Erfolg? Allerdings! Moses wurde ein hervorragender Anführer. Er bemühte sich, mit anderen so sanft und rücksichtsvoll umzugehen wie Jehova mit ihm (4. Mo. 12:3).

Ahmst du im Umgang mit anderen Jehova nach? (Siehe Absatz 10)

10. Was bewirkt es, wenn wir uns an Jehovas Rücksicht orientieren?

10 Was kannst du daraus für dein Leben ableiten? Vielleicht bist du Ältester, Ehemann oder du hast Kinder. Das ist mit einer gewissen Autorität verbunden. Deshalb ist es besonders wichtig, dass du wie Jehova geduldig, freundlich und rücksichtsvoll mit anderen umgehst (Kol. 3:19-21; 1. Pet. 5:1-3). Wenn du  dich an Jehova und dem größeren Moses, Jesus Christus, orientierst, wirst du für andere zugänglich sein und ihnen guttun (Mat. 11:28, 29). Und du bist ein gutes Vorbild für andere (Heb. 13:7).

EIN MÄCHTIGER, ABER RÜCKSICHTSVOLLER RETTER

11, 12. Wie gab Jehova den Israeliten beim Auszug aus Ägypten Sicherheit?

11 Als die Israeliten 1513 v. u. Z. Ägypten verließen, dürften sie über drei Millionen gewesen sein. Es waren drei oder vier Generationen, also gab es Kinder, Ältere und wohl auch Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen. Um eine so riesige Menschenmenge aus Ägypten herauszuführen, brauchte es einen verständnisvollen, einfühlsamen Führer. Und genau das war Jehova. Die Israeliten verließen das einzige Zuhause, das sie je gekannt hatten. Doch durch Moses gab Gott ihnen Sicherheit und Geborgenheit (Ps. 78:52, 53).

12 Was tat Jehova, damit sich sein Volk sicher und geborgen fühlte? Zum einen führte er es in „Schlachtordnung“ aus Ägypten hinaus (2. Mo. 13:18). Das gab den Israeliten bestimmt das Gefühl, dass Gott Herr der Lage war. Zum anderen gab er ihnen ein sichtbares Zeichen seiner Gegenwart: „Er führte sie . . . bei Tag mit einer Wolke und die ganze Nacht mit Feuerschein“ (Ps. 78:14). Jehova sagte gewissermaßen: „Habt keine Angst. Ich bin bei euch. Ich führe und beschütze euch.“ Auf diese Unterstützung wären sie schon bald angewiesen!

Wie nahm Jehova am Roten Meer Rücksicht auf die Israeliten? (Siehe Absatz 13)

13, 14. (a) Was machte Jehova am Roten Meer für die Israeliten? (b) Wie bewies Jehova seine Macht über die Ägypter?

13 Lies 2. Mose 14:19-22. Stell dir vor, du wärst dabei: Du sitzt zwischen Pharaos Heer und dem Roten Meer in der Falle. Dann greift Gott ein. Die Wolkensäule bewegt sich ans Ende des Lagers. Die Ägypter sind abgeschnitten und um sie herum ist es stockdunkel. Bei dir im Lager ist aber alles durch ein Wunder hell erleuchtet! Du siehst, wie Moses seinen Arm über das Meer ausstreckt. Ein starker Ostwind treibt das Meer zurück und es entsteht ein breiter Durchgang zur anderen Seite. Ihr setzt euch geordnet in Bewegung — du, deine Familie, deine Tiere und alle anderen. Ihr betretet den Meeresboden. Wie seltsam! Der Boden ist nicht matschig oder vereist. Er ist trocken und recht fest. Man kann gut darauf gehen und so schaffen es auch die Langsamsten sicher ans andere Ufer.

14 Lies 2. Mose 14:23, 26-30. Stolz und töricht wie der Pharao ist, nimmt er die Verfolgung auf und jagt über den Meeresboden. Moses streckt wieder seinen Arm über das Meer aus. Diesmal stürzen die erstarrten Wassermassen zusammen. Die Fluten rauschen wie zwei Tsunamis aufeinander zu. Der Pharao und seine Horden haben nicht die geringste Chance! (2. Mo. 15:8-10).

15. Was hast du aus diesem Bericht über Jehova gelernt?

15 Wie dieser Bericht zeigt, ist Jehova ein Gott der Ordnung, und das gibt uns Sicherheit (1. Kor. 14:33). Jehova ist aber auch ein fürsorglicher Hirte, der auf ganz praktische Weise für sein Volk sorgt. Er legt sozusagen liebevoll den Arm um seine Diener und beschützt sie vor ihren Feinden. Wie beruhigend das doch ist, jetzt, wo das Ende des heutigen Weltsystems auf uns zukommt! (Spr. 1:33).

16. Warum ist es gut, darüber nachzudenken, wie Jehova die Israeliten befreite?

16 Jehova ist auch heute für sein Volk  da. Er hilft uns, seine Freunde zu bleiben, und beschützt uns vor Feinden. Das wird er auch während der bevorstehenden großen Drangsal tun (Offb. 7:9, 10). Ob alt oder jung, gesund oder mit körperlichen Einschränkungen, Gottes Diener werden nicht in Panik geraten oder ängstlich den Kopf einziehen. * Ganz im Gegenteil! Sie werden an Jesu Worte denken: „Wenn das alles anfängt, dann richtet euch auf und hebt den Kopf, denn eure Befreiung ist nah“ (Luk. 21:28, NW, 2013). Diese Zuversicht werden sie auch haben, wenn Gog angreift, ein Zusammenschluss von Nationen, der weit mehr Macht hat als der Pharao damals (Hes. 38:2, 14-16). Warum kann Gottes Volk zuversichtlich bleiben? Jehova ändert sich nicht. Er wird auch in Zukunft ein fürsorglicher, rücksichtsvoller Retter sein (Jes. 26:3, 20).

17. (a) Was geben uns Bibelberichte, die zeigen, wie Jehova für sein Volk sorgt? (b) Worum geht es im nächsten Artikel?

17 Es gibt noch viele andere Beispiele, die zeigen, wie fürsorglich sich Jehova um sein Volk kümmert, es führt und befreit. Wenn du über solche Berichte nachdenkst, achte auf Details. Was kannst du Neues über Jehovas Persönlichkeit lernen? Je besser du seine Eigenschaften kennenlernst, desto mehr wirst du ihn lieben und ihm vertrauen. Der nächste Artikel zeigt, wie wir uns an Jehova ein Beispiel nehmen können. Es geht darum, in der Familie, in der Versammlung und im Dienst rücksichtsvoll zu sein.

^ Abs. 3 Wie der jüdische Historiker Josephus schrieb, war Samuel zu dieser Zeit zwölf Jahre alt.

^ Abs. 16 Es ist vernünftig anzunehmen, dass zu den Überlebenden von Armageddon auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen gehören werden. Als Jesus auf der Erde war, heilte er „jede Art Gebrechen“ (Mat. 9:35). Daran sieht man, was er für die Überlebenden von Armageddon tun wird. Die Auferstandenen werden sicher gleich einen völlig gesunden Körper haben.