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 STUDIENARTIKEL 1

„Sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott“

„Sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott“

„Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir. Sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott. Ich werde dich stärken, ja, ich werde dir helfen“ (JES. 41:10, NW, 2013)

LIED 7 Jehova, unsere Stärke und Macht

VORSCHAU *

1, 2. (a) Wie wirkte sich Jesaja 41:10 auf Yoshiko aus? (b) Für wen ließ Jehova diese Worte aufschreiben?

YOSHIKO, eine treue Schwester, erhielt eine beunruhigende Nachricht. Ihre Ärztin sagte ihr, sie hätte nur noch wenige Monate zu leben. Wie reagierte Yoshiko darauf? Sie erinnerte sich an einen ihrer Lieblingstexte: Jesaja 41:10. (Lies.) Yoshiko blieb ruhig und erklärte der Ärztin, sie habe keine Angst, weil Jehova ihre Hand festhält. * Die tröstenden Worte in diesem Vers halfen unserer lieben Schwester, völlig auf Jehova zu vertrauen. Der Vers kann auch uns helfen, unter schwierigen Prüfungen die Ruhe zu bewahren. Wie? Sehen wir uns zunächst einmal an, warum Jesaja diese Botschaft von Jehova erhielt.

2 Die Worte Jehovas waren in erster Linie an Juden gerichtet, die nach Babylon in die Gefangenschaft weggeführt werden sollten. Die Botschaft sollte ihnen Mut machen. Sie war jedoch nicht nur für die Juden bestimmt, sondern für sein ganzes Volk, von damals bis heute (Jes. 40:8; Röm. 15:4). Da wir in „kritischen Zeiten“ leben „mit denen man schwer fertigwird“, ist die Ermunterung aus dem Bibelbuch Jesaja wichtiger als je zuvor (2. Tim. 3:1).

3. (a) Welche Versprechen enthält Jesaja 41:10? (b) Warum betreffen diese Versprechen uns alle?

3 In diesem Artikel werden wir uns auf drei glaubensstärkende Versprechen Jehovas in Jesaja 41:10 konzentrieren: 1. Er wird bei uns sein, 2. er ist unser Gott und 3. er  wird uns helfen. Genau das brauchen wir alle. Wie Yoshiko machen wir Schweres im Leben durch. Gleichzeitig belasten uns die Zustände in der Welt. Einige von uns werden sogar von mächtigen Regierungen verfolgt. Deshalb betrachten wir jetzt die drei Zusicherungen * nacheinander.

„ICH BIN BEI DIR“

4. (a) Was ist die erste Zusicherung, die Jehova uns gibt? (Siehe auch Fußnote.) (b) Wie drückt Jehova seine Empfindungen für uns aus? (c) Wie berührt dich seine Liebe und Freundschaft?

4 Die erste Zusicherung Jehovas lautet: „Fürchte dich nicht, denn ich bin bei dir.“ * Wie zeigt Jehova, dass er bei uns ist? Er schenkt uns seine volle Aufmerksamkeit und seine innige Liebe. Seine tiefen Empfindungen für einen jeden von uns drückt er wie folgt aus: „Du wurdest kostbar in meinen Augen und wurdest geehrt, und ich liebe dich“ (Jes. 43:4, NW, 2013). Keine Kraft der Welt kann Gottes Diener von seiner Liebe trennen. Seine Loyalität uns gegenüber ist nicht zu brechen (Jes. 54:10). Jehovas Liebe und Freundschaft machen uns mutig. Er wird uns genauso beschützen wie seinen Freund Abram (Abraham). Jehova sagte zu ihm: „Fürchte dich nicht, Abram. Ich bin dir ein Schild“ (1. Mo. 15:1).

Mit Jehovas Hilfe können wir alle Prüfungen durchstehen, die wie Fluten oder Flammen sein können (Siehe Absatz 5, 6) *

5, 6. (a) Warum sind wir sicher, dass Jehova uns helfen möchte? (b) Was zeigt das Beispiel von Yoshiko?

5 Warum können wir uns sicher sein, dass Jehova uns bei unseren persönlichen Problemen helfen möchte? Weil er seinem Volk verspricht: „Wenn du durch Gewässer ziehst, werde ich bei dir sein. Wenn du Flüsse durchquerst, werden sie dich nicht überfluten. Wenn du durchs Feuer gehst, wird es dich nicht verbrennen, noch wird dich die Flamme ansengen“ (Jes. 43:2, NW, 2013). Was bedeuten diese Worte?

6 Jehova sagt hier nicht, er würde die Belastungen des Lebens wegnehmen. Er wird aber auch nicht zulassen, dass wir in den „Flüssen“ unserer Probleme ertrinken oder dass Prüfungen, die wie eine  „Flamme“ sind, dauerhaften Schaden anrichten. Jehova garantiert uns, dass er bei uns sein wird. Er wird uns helfen, durch die „Gewässer“ unserer Schwierigkeiten zu ziehen. Wie tut er das? Er nimmt uns die Angst, damit wir ihm treu bleiben können, sogar wenn unser Leben in Gefahr ist (Jes. 41:13). Genau das hat Yoshiko erlebt. Ihre Tochter berichtet: „Wir waren beeindruckt, wie ruhig Mama geblieben ist. Jehova hatte ihr wirklich inneren Frieden gegeben. Bis zu dem Tag, an dem sie starb, sprach sie mit den Krankenschwestern und Patienten über Jehova und das, was er versprochen hat.“ Was zeigt uns das Beispiel von Yoshiko? Wenn wir auf Jehovas Zusage „Ich bin bei dir“ vertrauen, werden auch wir in schweren Zeiten mutig und stark sein.

„ICH BIN DEIN GOTT“

7, 8. (a) Was ist die zweite Zusicherung, und was ist mit „ängstlich“ gemeint? (b) Warum sagte Jehova den Juden in der Gefangenschaft, sie sollen nicht ängstlich sein? (c) Welche Worte in Jesaja 46:3, 4 müssen Gottes Volk beruhigt haben?

7 Die zweite Zusicherung, die Jesaja aufschrieb, lautet: „Sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott.“ In der Ursprache vermittelt das Wort, das hier mit „ängstlich“ übersetzt wurde, den Gedanken, dass man „über die Schulter zurückblickt, weil man eine unbekannte Gefahr vermutet“, oder „sich nach allen Seiten umsieht, weil man sich bedroht fühlt“.

8 Warum ließ Jehova den Juden in der Babylonischen Gefangenschaft sagen, sie sollten nicht „ängstlich“ sein? Weil er wusste, dass die Bewohner Babylons Angst bekommen würden. Zum Ende der 70-jährigen Gefangenschaft würde Babylon von den Streitkräften Medo-Persiens angegriffen werden. Durch dieses Heer würde Jehova sein Volk befreien (Jes. 41:2-4). Als es dann soweit war und die Babylonier und Menschen anderer Völker erkannten, dass ihre Feinde anrückten, versuchten sie sich gegenseitig mit den Worten Mut zu machen: „Sei stark.“ Außerdem stellten sie noch mehr Götzen her, in der Hoffnung, von ihnen beschützt zu werden (Jes. 41:5-7). Die Juden konnten jedoch beruhigt sein, denn Jehova versicherte ihnen: „Du aber, o Israel, bist mein Diener [anders als die Menschen um dich herum] . . . Sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott“ (Jes. 41:8-10, NW, 2013). Achten wir auf die Aussage: „Ich bin dein Gott.“ Damit sicherte Jehova seinen treuen Dienern zu, dass er sie nicht vergessen hatte – er war nach wie vor ihr Gott und sie waren sein Volk. Er versprach, sie zu „tragen“ und zu „befreien“. Das machte den Juden mit Sicherheit Mut! (Lies Jesaja 46:3, 4.)

9, 10. Warum brauchen wir keine Angst zu haben? Veranschauliche es.

9 Heute machen sich die Menschen um uns herum wegen der immer schlimmer werdenden Zustände mehr Sorgen als je zuvor. Davon sind wir natürlich auch betroffen. Aber für uns gibt es keinen Grund zur Angst. Schließlich sagt Jehova: „Ich bin dein Gott.“ Warum ist das ein überzeugender Grund, die Ruhe zu bewahren?

10 Dazu eine Veranschaulichung: Tim und Max sitzen in einem Flugzeug, das von starken Winden ordentlich durchgeschüttelt wird und immer wieder an Höhe verliert. Dann hört man die Durchsage: „Bitte bleiben Sie angeschnallt. Wir fliegen noch eine Zeit lang durch Turbulenzen.“ Tim packt die Angst. Doch der Pilot fügt hinzu: „Haben Sie keine Angst, ich  bin Ihr Pilot!“ Da schüttelt Tim den Kopf und sagt: „Was soll das für ein Trost sein?“ Er bemerkt, dass Max gar keine Angst hat, und fragt ihn: „Wie kannst du so ruhig bleiben?“ Lächelnd antwortet Max: „Weil ich den Piloten sehr gut kenne. Er ist mein Vater!“ Dann sagt er noch: „Ich erzähl dir mal was über ihn. Ich bin mir sicher, wenn du ihn und seine Fähigkeiten erst mal kennst, bist auch du ganz beruhigt.“

11. Was lernen wir aus der Veranschaulichung mit Tim und Max?

11 Was lernen wir aus dieser Veranschaulichung? Wie Max können wir beruhigt sein, weil wir unseren himmlischen Vater, Jehova, sehr gut kennen. Wir wissen: Er wird uns sicher durch die stürmischen letzten Tage des heutigen Systems führen (Jes. 35:4). Auch wenn die ganze Welt vor Angst gelähmt ist, bewahren wir die Ruhe, weil wir auf Jehova vertrauen (Jes. 30:15). Und wie Max erzählen wir anderen, warum wir unserem Vater so sehr vertrauen. Das gibt ihnen dann ebenfalls die Zuversicht, Jehova an ihrer Seite zu haben – was auch immer passiert.

„ICH WERDE DICH STÄRKEN, ICH WERDE DIR HELFEN“

12. (a) Was ist die dritte Zusicherung? (b) Woran erinnert uns der Ausdruck „sein Arm“?

12 Kommen wir zur dritten Zusicherung: „Ich werde dich stärken, ja, ich werde dir helfen.“ Wie Jehova sein Volk stärken würde, hatte Jesaja bereits wie folgt beschrieben: „Jehova wird mit Macht kommen und sein Arm wird für ihn herrschen“ (Jes. 40:10, NW, 2013). Der Ausdruck „Arm“ steht in der Bibel oft für Macht. Die Formulierung „sein Arm wird . . . herrschen“ erinnert uns daran, dass Jehova ein mächtiger König ist. Er setzte seine unübertroffene Macht in alter Zeit ein, um seine Diener zu unterstützen  und zu verteidigen. Und auch heute stärkt und beschützt er alle, die auf ihn vertrauen (5. Mo. 1:30, 31; Jes. 43:10).

Keine Waffe wird Erfolg haben, weil Jehova uns mit seinem starken Arm beschützt (Siehe Absatz 12-16) *

13. (a) Wann erfüllt Jehova auf jeden Fall sein Versprechen, uns zu stärken? (b) Welche Garantie macht uns stark und zuversichtlich?

13 Vor allem wenn wir verfolgt werden, erfüllt Jehova sein Versprechen: „Ich werde dich stärken.“ In manchen Ländern setzen unsere Feinde alles daran, unsere Predigttätigkeit zu unterbinden oder unsere Organisation zu verbieten. Wir sind deswegen aber nicht übermäßig besorgt. Jehova hat uns eine Garantie gegeben, die uns stark und zuversichtlich macht. Er verspricht: „Keine Waffe, die geschaffen wird, um euch zu schaden, wird Erfolg haben“ (Jes. 54:17, NW, 2013). Betrachten wir dazu drei wichtige Fakten.

14. Warum überrascht es uns nicht, dass wir von Feinden Gottes angegriffen werden?

14 Erstens: Als Nachfolger von Jesus rechnen wir damit, gehasst zu werden (Mat. 10:22). Jesus sagte voraus, dass seine Jünger in den letzten Tagen schwer verfolgt werden (Mat. 24:9; Joh. 15:20). Zweitens: Jesajas Prophezeiung deutet darauf hin, dass unsere Feinde uns nicht nur hassen, sondern uns auch mit unterschiedlichsten Waffen bekämpfen werden. Dazu zählen heimtückische Täuschungen, dreiste Lügen und grausame Verfolgung (Mat. 5:11). Jehova wird unsere Feinde nicht davon abhalten, diese Waffen gegen uns einzusetzen (Eph. 6:12; Offb. 12:17). Aber wir brauchen keine Angst zu haben.

15, 16. (a) Was ist der dritte Punkt, und wie wird er durch Jesaja 25:4, 5 gestützt? (b) Wie wird es nach Jesaja 41:11, 12 mit denen ausgehen, die uns bekämpfen?

15 Drittens: Jehova sagt, „keine Waffe“, die man gegen uns einsetzt, hätte Erfolg. Wie eine Mauer, die uns vor Sturzfluten  schützt, so schützt Jehova uns vor dem „Schnauben der Tyrannen“. (Lies Jesaja 25:4, 5.) Unsere Feinde werden es nie schaffen, uns dauerhaft zu schaden (Jes. 65:17).

16 Jehova stärkt unser Vertrauen auf ihn durch noch etwas anderes: Er beschreibt ausführlich, wie es für die ausgehen wird, die sich gegen uns „erhitzen“. (Lies Jesaja 41:11, 12.) Wie sehr unsere Feinde uns auch bekämpfen, es wird immer gleich ausgehen: Sie alle „werden zugrunde gehen und umkommen“.

DAS VERTRAUEN AUF JEHOVA VERTIEFEN

Regelmäßig in der Bibel zu lesen hilft uns, Jehova besser kennenzulernen, und stärkt unser Vertrauen auf ihn (Siehe Absatz 17, 18) *

17, 18. (a) Wie kann das Bibellesen unser Vertrauen auf Jehova vertiefen? Nenne ein Beispiel. (b) Wie hilft es dir, über den Jahrestext von 2019 nachzudenken?

17 Je besser wir Jehova kennenlernen, desto mehr vertrauen wir ihm. Was ist der einzige Weg, ihn richtig kennenzulernen? Die Bibel aufmerksam lesen und über das Gelesene nachdenken. Sie berichtet, wie Jehova sein Volk beschützte. Diese vertrauenswürdigen Aufzeichnungen überzeugen uns davon, dass er sich auch heute um uns kümmern wird.

18 Denken wir zum Beispiel an das wunderschöne Bild, das Jesaja zeichnet, um zu verdeutlichen, wie Jehova uns beschützt. Er vergleicht Jehova mit einem Hirten und seine Diener mit Lämmern. Jesaja sagt über Jehova: „Mit seinem Arm wird er die Lämmer zusammenbringen; und in seinem Busen wird er sie tragen“ (Jes. 40:11). Fest umschlossen von Jehovas starken Armen fühlen wir uns sicher und geborgen. Damit wir auch weiterhin unter Belastungen die Ruhe bewahren, hat der treue und verständige Sklave Jesaja 41:10 als Jahrestext für 2019 ausgewählt: „Sei nicht ängstlich, denn ich bin dein Gott“. Denk über diese beruhigenden Worte intensiv nach. Sie werden dir Kraft geben, den bevorstehenden Problemen die Stirn zu bieten.

LIED 38 Er wird dich stärken

^ Abs. 5 Der Jahrestext für 2019 nennt drei Gründe, warum wir die Ruhe bewahren können, wenn in der Welt oder in unserem persönlichen Leben Schlimmes passiert. Der Artikel untersucht diese Gründe und hilft uns, weniger Angst zu haben und Jehova mehr zu vertrauen. Denk intensiv über den Jahrestext nach. Lern ihn am besten auswendig. Er wird dir für die bevorstehenden Schwierigkeiten Mut machen.

^ Abs. 3 KURZ ERKLÄRT: Eine Zusicherung ist ein Versprechen oder eine Garantie. Die Zusicherungen Jehovas können uns bei Problemen die Angst nehmen.

^ Abs. 4 Der Gedanke, sich nicht zu fürchten oder keine Angst zu haben, kommt in Jesaja 41:10, 13 und 14 drei Mal vor. Auffallend ist, wie oft hier das Wort „ich“ (gemeint ist Jehova) vorkommt. Jehova betont dadurch: Wir können unsere Ängste nur überwinden, wenn wir auf ihn vertrauen.

^ Abs. 52 BILDBESCHREIBUNG: Jedes Familienmitglied hat Probleme – auf der Arbeit, mit der Gesundheit, im Dienst oder in der Schule.

^ Abs. 54 BILDBESCHREIBUNG: Polizisten stürmen eine Privatwohnung, in der eine Zusammenkunft stattfindet, doch die Brüder und Schwestern geraten nicht in Panik.

^ Abs. 56 BILDBESCHREIBUNG: Ein regelmäßiges Familienbibelstudium gibt uns die Kraft auszuharren.