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 STUDIENARTIKEL 18

Lauf weiter bis zum Ziel

Lauf weiter bis zum Ziel

„Ich habe den Lauf vollendet“ (2. TIM. 4:7)

LIED 129 Wir harren weiter aus

VORSCHAU *

1. Was müssen wir alle tun?

WÜRDEST du an einem schwierigen Wettlauf teilnehmen wollen – besonders wenn du krank oder müde bist? Wahrscheinlich nicht. Wie Paulus jedoch schrieb, befinden sich alle echten Christen in einem Wettlauf (Heb. 12:1). Und wir alle, ob jung oder alt, voller Kraft oder erschöpft, müssen bis zum Ende laufen, wenn wir den Preis gewinnen wollen, den uns Jehova in Aussicht stellt (Mat. 24:13).

2. Wieso konnte Paulus gemäß 2. Timotheus 4:7, 8 zum Thema Wettlauf Rat geben?

2 Paulus konnte zu diesem Thema Rat geben, weil er „den Lauf vollendet“ hatte. (Lies 2. Timotheus 4:7, 8.) Welchen Lauf meinte Paulus konkret?

UM WELCHEN LAUF GEHT ES?

3. Von welchem Lauf sprach Paulus?

3 Paulus zog manchmal die Wettkämpfe im antiken Griechenland heran, um wichtige Punkte zu verdeutlichen (1. Kor. 9:25-27; 2. Tim. 2:5). Mehrmals verglich er den Lebensweg eines Christen mit einem Wettlauf (1. Kor. 9:24; Gal. 2:2; Phil. 2:16). Dieser Lauf beginnt, wenn sich jemand Jehova hingibt und sich taufen lässt (1. Pet. 3:21). Die Ziellinie erreichen wir, wenn wir von Jehova den Preis des ewigen Lebens erhalten (Mat. 25:31-34, 46; 2. Tim. 4:8).

4. Worum geht es in diesem Artikel?

4 Zwischen einem Langstreckenlauf und dem christlichen Lebensweg gibt es so manche Gemeinsamkeiten. Sehen wir uns drei von ihnen etwas genauer an. Wir müssen erstens  auf dem richtigen Weg bleiben, zweitens uns auf das Ziel konzentrieren und drittens auf dem Weg Herausforderungen überwinden.

AUF DEM RICHTIGEN WEG BLEIBEN

Wir alle müssen auf dem christlichen Lebensweg bleiben (Siehe Absatz 5-7) *

5. Auf welchem Weg müssen wir bleiben und warum?

5 Um nicht disqualifiziert zu werden, müssen sich Läufer in einem buchstäblichen Wettlauf an den festgelegten Streckenverlauf halten. Wenn wir den Preis des ewigen Lebens erhalten wollen, müssen wir auf dem christlichen Lebensweg bleiben (Apg. 20:24; 1. Pet. 2:21). Dem Teufel und denen, die seinem Beispiel folgen, gefällt das jedoch nicht; sie wollen, dass wir mit ihnen mitlaufen (1. Pet. 4:4). Sie lästern über den Weg, den wir eingeschlagen haben, und behaupten, sie seien auf einem besseren – einem, der in die Freiheit führt. Aber da liegen sie falsch (2. Pet. 2:19).

6. Was zeigt dir das Beispiel von Brian?

6 Wer mit der Welt Satans mitläuft, wird bald feststellen, dass dieser Weg nicht in die Freiheit führt, sondern in die Sklaverei (Röm. 6:16). Dazu das Beispiel von Brian: Er lernte den christlichen Lebensweg durch seine Eltern kennen. Doch als Jugendlicher kamen ihm Zweifel, ob ihn dieser Weg glücklich machen würde, und er schlug den Kurs von Menschen ein, die nach den Maßstäben des Teufels lebten. „Ich hätte nicht gedacht, dass mich der Weg zu der ersehnten ‚Freiheit‘ in die Sucht führen würde“, erzählt er. „Ich nahm Drogen, trank und führte ein unmoralisches Leben. In den darauffolgenden Jahren probierte ich immer härtere Drogen aus und wurde abhängig. . . . Ich fing an zu dealen, um meinen Lebensstil zu finanzieren.“ Schließlich beschloss Brian, sich nach Jehovas Maßstäben auszurichten. Er änderte sein Leben und ließ sich 2001 taufen. Jetzt befindet er sich auf dem christlichen Lebensweg und ist wirklich glücklich. *

7. Zwischen welchen zwei Wegen können wir laut Matthäus 7:13, 14 wählen?

7 Es ist so wichtig, den richtigen Weg zu wählen. Dem Teufel wäre es am liebsten, dass wir alle den schmalen „Weg zum Leben“ verlassen und auf den breiten Weg überwechseln, auf dem sich die meisten Menschen befinden. Dieser Weg ist beliebt und leichter zu gehen, doch er führt „in die Vernichtung“. (Lies Matthäus 7:13, 14.) Um nicht vom richtigen Weg  abzukommen, müssen wir auf Jehova vertrauen und auf ihn hören.

SICH AUF DAS ZIEL KONZENTRIEREN

Wir dürfen uns nicht ablenken lassen und andere nicht zum Stolpern bringen (Siehe Absatz 8-12) *

8. Was tun Läufer, wenn sie stolpern?

8 In einem Langstreckenlauf behalten die Läufer die Strecke direkt vor ihren Füßen im Blick, damit sie nicht stolpern. Trotzdem kann es sein, dass ein anderer Läufer oder eine Unebenheit auf der Strecke sie ins Stolpern bringt. Wenn sie hinfallen, stehen sie wieder auf und laufen weiter. Sie konzentrieren sich nicht in erster Linie auf das, was sie zum Stolpern gebracht hat, sondern auf das Ziel und den Preis.

9. Was sollten wir tun, wenn wir stolpern?

9 Auch wir kommen bei unserem Lauf immer wieder ins Stolpern, weil wir etwas Verkehrtes sagen oder tun. Oder andere Läufer machen Fehler und verletzen uns dadurch. Das ist nicht anders zu erwarten. Wir sind alle unvollkommen und laufen zusammen auf dem schmalen Weg, der zum Leben führt. Wir werden uns also manchmal „anrempeln“. Wie Paulus schrieb, kann es durchaus sein, dass man einen „Grund hat, sich über einen anderen zu beklagen“ (Kol. 3:13). Konzentrieren wir uns dann nicht auf das, was uns zum Stolpern gebracht hat, sondern auf den Preis. Und wenn wir hinfallen, stehen wir wieder auf und laufen weiter. Wer sich verbittern lässt und nicht wieder aufsteht, kommt nicht ins Ziel und erhält keinen Preis. Außerdem könnte er für andere, die auch versuchen, auf dem schmalen Weg zu laufen, zum Hindernis werden.

10. Wie können wir es vermeiden, „ein Stolperstein“ zu werden?

10 Wie können wir noch vermeiden, für andere Läufer „ein Stolperstein“ zu werden? Verzichten wir, wann immer möglich, für die Vorlieben anderer auf unsere Rechte (Röm. 14:13, 19-21; 1. Kor. 8:9, 13). Dadurch unterscheiden wir uns deutlich von Läufern in einem buchstäblichen Wettlauf. Sie treten gegeneinander an und jeder möchte den Preis für sich haben. Diese Läufer denken in erster Linie an sich. Oft versuchen sie, sich an den anderen vorbeizudrängen. Wir wetteifern jedoch  nicht miteinander (Gal. 5:26; 6:4). Vielmehr wollen wir so vielen wie möglich helfen, das Ziel zu erreichen und als Preis ewiges Leben zu bekommen. Deshalb halten wir uns an den Rat von Paulus: „Habt nicht nur eure eigenen Interessen im Auge, sondern auch die der anderen“ (Phil. 2:4).

11. Worauf konzentriert sich ein Läufer und warum?

11 Die Läufer in einem buchstäblichen Lauf konzentrieren sich nicht nur auf die Strecke unmittelbar vor ihren Füßen, sondern auch auf das Ziel. Selbst wenn sie die Ziellinie nicht buchstäblich sehen, stellen sie sich schon vor, wie sie durchs Ziel gehen und den Preis bekommen. So bleiben sie hoch motiviert.

12. Was garantiert Jehova uns in seiner Liebe?

12 Jehova garantiert in seiner Liebe jedem von uns, der ins Ziel kommt, einen Preis – entweder ewiges Leben im Himmel oder in einem Paradies auf der Erde. Die Bibel gibt uns an verschiedenen Stellen eine Vorschau davon, sodass wir uns ausmalen können, wie wunderschön unser Leben sein wird. Je lebendiger die Hoffnung in uns ist, desto entschlossener werden wir sein, uns durch nichts dauerhaft zu Fall bringen zu lassen.

TROTZ HERAUSFORDERUNGEN WEITERLAUFEN

Auch wenn es schwierig wird, wollen wir im Lauf um das ewige Leben durchhalten (Siehe Absatz 13-20) *

13. Was haben wir buchstäblichen Läufern voraus?

13 Bei den Wettkämpfen in der Antike mussten die Läufer unter anderem mit Müdigkeit und Schmerzen fertigwerden. Allerdings konnten sie sich nur auf ihr Training und ihre eigene Kraft verlassen. Auch wir werden für unseren Lauf trainiert, doch wir haben buchstäblichen Läufern etwas voraus. Wir können auf eine Kraftquelle zurückgreifen, die nie versiegt. Wenn wir auf Jehova vertrauen, verspricht er nicht nur, uns zu „trainieren“, sondern auch, uns Kraft zu geben (1. Pet. 5:10).

14. Wie hilft uns 2. Korinther 12:9, 10 bei Herausforderungen?

14 Paulus hatte mit vielen Herausforderungen zu kämpfen. Er wurde beleidigt und verfolgt, fühlte sich manchmal schwach und hatte „einen Dorn ins Fleisch bekommen“ (2. Kor. 12:7). Das war für ihn jedoch kein Grund aufzugeben, sondern eine Gelegenheit, sich auf Jehova zu stützen. (Lies 2. Korinther 12:9, 10.) Weil Paulus so eingestellt war, half Jehova ihm durch alle Schwierigkeiten hindurch.

15. Was werden wir verspüren, wenn wir uns an Paulus ein Beispiel nehmen?

15 Vielleicht werden auch wir wegen unseres Glaubens beleidigt oder verfolgt, sind krank oder erschöpft. Wenn wir uns an Paulus ein Beispiel nehmen, kann jede dieser Herausforderungen eine Gelegenheit sein, Jehovas liebevolle Unterstützung zu verspüren.

16. Was kannst du trotz nachlassender Kräfte tun?

16 Bist du ans Bett gefesselt oder auf einen Rollstuhl angewiesen? Machen deine Beine nicht mehr mit oder werden deine Augen schlechter? Kannst du dann trotzdem mit Jungen und Gesunden mitlaufen? Das kannst du! Viele, die älter und krank geworden sind, laufen auf dem Weg zum Leben. Das schaffen sie nicht aus eigener Kraft. Sie machen sich Jehovas Kraft zunutze, indem sie die Zusammenkünfte über Telefon oder Videostream verfolgen. Sie sprechen mit Ärzten, Pflegepersonal oder Verwandten über ihren Glauben und beteiligen sich so am Predigtwerk.

17. Wie empfindet Jehova für diejenigen, die durch Krankheit eingeschränkt sind?

 17 Bist du manchmal entmutigt, weil dir deine Gesundheit Grenzen setzt? Lass dich dadurch nie zu dem Gedanken verleiten, du wärst zu schwach, auf dem Weg zum Leben durchzuhalten. Jehova liebt dich für deinen Glauben und für das, was du in all den Jahren für ihn getan hast. Du brauchst seine Hilfe jetzt mehr denn je, und er wird dich nicht verlassen (Ps. 9:10). Er wird dir sogar immer näher kommen. Eine Schwester, die mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat, sagt: „Je schlechter mein Zustand wird, desto seltener kann ich mit anderen über die Wahrheit sprechen. Aber ich weiß, dass sich Jehova über das Bisschen, was ich tun kann, wirklich freut, und das macht mich glücklich.“ Wenn du mutlos und traurig bist, dann vergiss nicht: Du bist nicht allein. Denk an das Beispiel von Paulus und an seine ermutigenden Worte: „Ich finde . . . Gefallen an Schwachheiten . . . Denn wenn ich schwach bin, dann habe ich Kraft“ (2. Kor. 12:10).

18. Mit welcher besonderen Herausforderung haben manche zu kämpfen?

18 Manche, die auf dem Weg des Lebens laufen, begegnen noch einer anderen Herausforderung. Sie haben Probleme, die nicht sichtbar sind und die andere vielleicht nicht verstehen. Sie kämpfen eventuell mit Depressionen oder extremen Ängsten. Warum haben es diese lieben Diener Jehovas besonders schwer? Wenn sich jemand den Arm gebrochen hat oder im Rollstuhl sitzt, sieht das jeder und möchte vielleicht helfen. Leidet jemand aber an einer mentalen oder emotionalen Erkrankung, ist das äußerlich nicht unbedingt sichtbar. Trotzdem ist sein Schmerz so real wie bei einem Knochenbruch. Doch andere reagieren womöglich nicht so mitfühlend darauf.

19. Was lernen wir von Mephiboscheth?

19 Wenn du mit Einschränkungen leben musst und dich unverstanden fühlst, gibt dir vielleicht das Beispiel von Mephiboscheth Kraft (2. Sam. 4:4). Er hatte eine Behinderung und wurde von König David unfair behandelt. Mephiboscheth hatte nichts getan, womit er das verdient hätte. Trotzdem dachte er nicht negativ, sondern sah das Positive in seinem Leben. Er war dankbar, dass David ihn früher so gut behandelt hatte (2. Sam. 9:6-10). Als David ihm dann Unrecht tat, sah er das große Ganze. Er ließ sich durch Davids Fehler nicht verbittern und gab auch Jehova nicht die Schuld dafür. Mephiboscheth  konzentrierte sich darauf, wie er den von Jehova eingesetzten König unterstützen konnte (2. Sam. 16:1-4; 19:24-30). Jehova ließ Mephiboscheths hervorragendes Beispiel zu unserem Nutzen in die Bibel aufnehmen (Röm. 15:4).

20. Wie wirken sich Ängste bei manchen aus, und worauf können sie vertrauen?

20 Manche Brüder und Schwestern haben Angststörungen und fühlen sich unter Menschen sehr nervös und unwohl. Es fällt ihnen schwer, von vielen Menschen umgeben zu sein, doch sie besuchen die Zusammenkünfte und Kongresse. Es fällt ihnen schwer, mit Fremden zu sprechen, doch im Predigtdienst tun sie genau das. Wenn du auch so empfindest, sei versichert: Du bist nicht allein. Vielen geht es ähnlich wie dir. Denk daran: Jehova freut sich, weil du ihm dein Bestes gibst. Die Tatsache, dass du nicht aufgegeben hast, beweist, dass er dich segnet und dir die Kraft gibt, die du brauchst (Phil. 4:6, 7; 1. Pet. 5:7). * Wenn du Jehova trotz körperlicher oder emotionaler Einschränkungen dienst, kannst du sicher sein, dass du ihm Freude machst.

21. Was können wir alle mit Jehovas Hilfe schaffen?

21 Wie gut, dass sich der Lauf, über den Paulus schrieb, von einem buchstäblichen Lauf unterscheidet. In einem buchstäblichen Lauf in biblischer Zeit gewann nur einer der Läufer den Preis. Beim christlichen Lauf dagegen bekommt jeder, der bis zum Ende treu weitermacht, als Preis ewiges Leben (Joh. 3:16). Außerdem müssen in einem buchstäblichen Wettlauf alle Teilnehmer körperlich fit sein, sonst haben sie kaum Chancen zu gewinnen. Unter uns gibt es jedoch viele, die körperliche Einschränkungen haben, und trotzdem halten wir alle durch (2. Kor. 4:16). Mit Jehovas Hilfe werden wir es ins Ziel schaffen!

LIED 144 Schau fest auf das Ziel!

^ Abs. 5 Viele Diener Jehovas spüren heute die Folgen des Älterwerdens oder leiden an einer kräftezehrenden Krankheit. Und wir alle sind manchmal müde und erschöpft. Da kann einem der Gedanke an einen Wettlauf durchaus Angst einjagen. Der Artikel soll zeigen, wie wir alle mit Ausharren laufen und den Wettlauf um das ewige Leben gewinnen können, von dem der Apostel Paulus sprach.

^ Abs. 6 Siehe den Artikel „Die Bibel hat ihr Leben verändert“ im Wachtturm vom 1. Januar 2013.

^ Abs. 20 Erfahrungsberichte und weitere Anregungen, wie man mit Angstgefühlen umgehen kann, enthält die Sendung von Mai 2019 auf jw.org® (unter BIBLIOTHEK > JW BROADCASTING®).

^ Abs. 63 BILDBESCHREIBUNG: Fleißig beim Predigen mitzumachen hilft diesem älteren Bruder, auf dem richtigen Weg zu bleiben.

^ Abs. 65 BILDBESCHREIBUNG: Wir könnten andere zum Stolpern bringen, wenn wir sie drängen, mehr Alkohol zu trinken, oder uns selbst keine Grenzen setzen.

^ Abs. 67 BILDBESCHREIBUNG: Ein Bruder, der im Krankenhaus liegt, spricht mit dem Krankenhauspersonal über die Wahrheit und bleibt so im christlichen Wettlauf.