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Wie kann ich Versuchungen widerstehen?

Wie kann ich Versuchungen widerstehen?

 Junge Leute fragen sich:

Wie kann ich Versuchungen widerstehen?

▪ Katie ist seit kaum zehn Minuten auf der Party. Da sieht sie zwei Jungs mit mehreren vollen Tüten ankommen. Sie kann sich schon denken, was da drin ist. Die Jungs hatten nämlich gesagt, auf der Fete würde es „eine Menge Alk“ geben. Ihren Eltern hatte Katie natürlich nichts davon erzählt. Sie hatte sich einfach eingeredet, die Jungs hätten nur einen Scherz gemacht, denn eigentlich sollten ja auch Erwachsene im Haus sein. Fragt sich nur, wo.

Auf einmal hört Katie eine vertraute Stimme hinter sich. „Was stehst du denn so rum, du Spaßbremse?“ Als sich Katie umdreht, sieht sie ihre Freundin Jessica mit zwei Alcopops in den Händen. Jessica hält ihr eine Flasche vor die Nase: „Jetzt sag bloß nicht, das ist nichts für dich!“

Am liebsten würde Katie ja ablehnen, aber sie fühlt sich ziemlich unter Druck gesetzt. Dabei reizt sie der Alkohol eigentlich gar nicht. Es ist nur so, dass Jessica ihre Freundin ist und sie nicht als „Spaßbremse“ gelten will. Außerdem ist Jessica ganz in Ordnung. Und wenn sie Alkohol trinkt, kann das doch nicht sooo schlimm sein. „Das ist doch nur Alkohol“, sagt sich Katie. „Ist ja noch lange nicht das Gleiche wie Drogen oder Sex.“

JUNGE Leute werden mit den verschiedensten Versuchungen konfrontiert. Oft geht es dabei um das andere Geschlecht. „Die Mädchen in der Schule sind ganz schön aufdringlich“, sagt Ramon (17). * „Sie fassen einen dauernd an und probieren ständig aus, wie weit sie gehen können. Man wird sie einfach nicht mehr los.“ Deanna (ebenfalls 17) hat etwas Ähnliches erlebt. Sie erzählt: „Ein Junge ist zu mir gekommen und hat einfach den Arm um mich gelegt. Ich hab ihn voll auf den Arm geboxt und gesagt: ‚Was soll’n das? Ich kenn dich doch gar nicht!‘ “

Stehst du auch manchmal vor Versuchungen und hast den Eindruck, sie werden nie ein Ende nehmen? Jemand beschrieb das einmal so: „Es ist, als würde ständig jemand an die Tür klopfen, obwohl ‚Bitte nicht stören! ‘ dransteht.“ Klopft die Versuchung auch an deiner Tür immer wieder  an? Ist einer von den hier aufgeführten Punkten irgendwie verlockend für dich?

Rauchen

Alkohol

Drogen

Pornografie

Sex

oder ․․․․․

Falls du etwas davon angekreuzt hast, denkst du jetzt vielleicht, aus dir wird nie ein guter Christ. Aber keine Angst. Man kann es lernen, verkehrte Wünsche zu beherrschen und Versuchungen zu widerstehen. Zunächst muss dir klar werden, wie es überhaupt zu Versuchungen kommt. Sehen wir uns drei Faktoren einmal näher an.

1. Unsere Unvollkommenheit. Als unvollkommene Menschen haben wir alle einen Hang zum Schlechten. Sogar der Apostel Paulus, der ein vorbildlicher Christ war, gab ganz offen zu: „Obwohl ich das Gute tun will, das Böse liegt mir näher“ (Römer 7:21, Bruns). Auch wenn man ein noch so anständiges Leben führt, kann es vorkommen, dass man „die Begierde des Fleisches und die Begierde der Augen“ verspürt (1. Johannes 2:16). Und je mehr man über die Versuchung nachdenkt, umso stärker wird sie. Die Bibel sagt: „Wenn dann die Begierde befruchtet ist, gebiert sie Sünde“ (Jakobus 1:15).

2. Einflüsse von außen. Versuchungen lauern überall. „In der Schule und auf der Arbeit wird ständig über Sex geredet“, sagt Trudy. „Im Fernsehen und im Kino wirkt immer alles so aufregend und toll. Die Folgen werden so gut wie nie gezeigt.“ Trudy weiß aus eigener Erfahrung, wie stark dieser Einfluss sein kann. „Mit 16 war ich total verliebt“, erzählt sie. „Meine Mutter hat sich zu mir gesetzt und hat gemeint: ‚Wenn das so weitergeht, kommst du bald schwanger nach Hause.‘ Ich war total geschockt, dass sie so was von mir dachte. Aber zwei Monate später war ich tatsächlich schwanger.“

3. „Die Begierden der Jugend“ (2. Timotheus 2:22). Dieser Ausdruck kann sich auf die verschiedensten Wünsche beziehen, die man als junger Mensch hat, zum Beispiel, dass man dazugehören möchte oder sich nach Unabhängigkeit sehnt. An diesen Wünschen ist an sich nichts Verkehrtes, aber wenn man sie nicht in Schach hält, fällt es einem umso schwerer, gegen Versuchungen anzukämpfen. Der Wunsch nach Unabhängigkeit kann dazu führen, dass man die Werte, die einem die Eltern beigebracht haben, aufgibt. So ging es Steve, als er 17 war. Er erzählt: „Ich hab mir von meinen Eltern nichts mehr sagen lassen und immer genau das Gegenteil von dem gemacht, was sie wollten. Dabei war ich noch gar nicht lange getauft.“

Die hier beschriebenen Einflüsse sind zugegebenermaßen ziemlich stark. Trotzdem kannst du Versuchungen widerstehen. Wie?

▪ Mach dir zunächst einmal Gedanken darüber, was für dich die größte Versuchung wäre. (Vielleicht hast du sie schon angekreuzt.)

▪ Jetzt kannst du hier ankreuzen, wann oder wo dir diese Versuchung am ehesten begegnet.

In der Schule

Auf der Arbeit

Wenn ich allein bin

oder ․․․․․

 Wenn man weiß, wann eine Versuchung auftritt, kann man ihr eher ausweichen. Da wäre zum Beispiel die frei erfundene Situation am Anfang dieses Artikels. Welche Warnsignale hätten Katie schon vorher hellhörig machen sollen? Wie hätte sie der Versuchung aus dem Weg gehen können?

▪ Jetzt, nachdem du 1. die Versuchung beim Namen genannt hast und 2. überlegt hast, wann sie dir begegnet, kannst du konkrete Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Ziel dabei ist, Versuchungen auf ein Minimum zu begrenzen oder sogar ganz zu vermeiden. Schreib hier auf, was du tun kannst.

․․․․․

․․․․․

(Beispiele: Falls du nach der Schule öfter Klassenkameraden begegnest, die dir eine Zigarette anbieten, kannst du vielleicht einen anderen Weg nehmen. Schickt man dir übers Internet immer wieder pornografische Bilder, könntest du Filterprogramme installieren, die alles blockieren, was von einem bestimmten Absender kommt, und die den Zugang zu gewissen Seiten sperren. Eine weitere Strategie wäre, im Internet Suchwörter möglichst gezielt auszuwählen.)

Natürlich kann man nicht um alle Versuchungen einen Bogen machen. Irgendwann wirst du wahrscheinlich mit etwas konfrontiert, was für dich besonders verlockend ist — vielleicht wenn du am wenigsten damit rechnest. Wie kannst du dich darauf einstellen?

Bereite dich vor. Als Jesus „vom Satan versucht wurde“, wehrte er sich entschieden dagegen (Markus 1:13). Warum? Weil er ganz genau wusste, was er wollte. Jesus war aber kein Roboter. Er hätte der Versuchung durchaus nachgeben können. Doch er war von vornherein entschlossen, immer das zu tun, was sein Vater von ihm wollte (Johannes 8:28, 29). Er sagte mit voller Überzeugung: „Ich bin vom Himmel herabgekommen, nicht um meinen Willen zu tun, sondern den Willen dessen, der mich gesandt hat“ (Johannes 6:38).

Hier kannst du jetzt zwei Gründe notieren, warum du der Versuchung, mit der du am meisten konfrontiert wirst, widerstehen solltest. Schreib dann zwei Strategien auf, wie du das schaffen kannst.

1. ․․․․․

2. ․․․․․

Wer Versuchungen nachgibt, lässt sich von seinen Leidenschaften beherrschen (Titus 3:3). Lass es gar nicht erst so weit kommen, dass sie dich im Griff haben. Es ist ein Zeichen von Reife, wenn du deine Wünsche unter Kontrolle hast, statt dass sie dich unter Kontrolle haben (Kolosser 3:5).

Weitere Artikel aus der Reihe „Junge Leute fragen sich“ findest du unter www.watchtower.org/ypx

[Fußnote]

^ Abs. 6 Die Namen in diesem Artikel wurden geändert.

ETWAS ZUM NACHDENKEN

▪ Können vollkommene Geschöpfe in Versuchung geraten? (1. Mose 6:1-3; Johannes 8:44)

▪ Welchen positiven Einfluss kann es auf andere haben, wenn du einer Versuchung widerstehst? (Sprüche 27:11; 1. Timotheus 4:12)

[Kasten auf Seite 27]

EXPERIMENT

Nimm einen Kompass und dreh ihn so, dass die Nadel auf Norden steht. Halte jetzt einen Magneten an den Kompass. Was passiert? Die Nadel gibt die Richtung nicht mehr exakt an. Sie zeigt zum Magneten.

So ähnlich ist es auch bei deinem Gewissen. Ist es gut geschult, wird es dich auf den richtigen Weg und zu den richtigen Entscheidungen führen. Hast du dir aber die falschen Freunde gesucht, werden sie dich wie ein Magnet in die verkehrte Richtung lenken. Versuch deshalb, Menschen und Situationen zu meiden, die dein Empfinden für das, was richtig oder falsch ist, durcheinanderbringen (Sprüche 13:20).

[Kasten auf Seite 27]

VORSCHLAG

Überleg dir schon jetzt, wie du reagieren kannst, wenn dich jemand zu etwas Schlechtem überreden will. Vielleicht hast du Angst davor, als „heilig“ abgestempelt zu werden. So weit muss es aber gar nicht kommen. Oft reicht es, einfach klar und deutlich Nein zu sagen. Wenn dir zum Beispiel jemand aus der Schule eine Zigarette anbietet, kannst du antworten: „Pure Verschwendung. Ich rauche nicht.“

[Bild auf Seite 28]

Wer Versuchungen nachgibt, lässt sich von seinen Leidenschaften beherrschen