Der erste Brief an die Korinther 11:1-34

11  Nehmt mich zum Vorbild, so wie ich mir Christus zum Vorbild nehme.+  Ich lobe euch, weil ihr in allem an mich denkt und an den Traditionen festhaltet, wie ich sie euch übermittelt habe.+  Ich möchte jedoch, dass ihr wisst: Das Haupt jedes Mannes ist der Christus.+ Das Haupt einer Frau aber ist der Mann.+ Und das Haupt des Christus ist Gott.*+  Jeder Mann, der betet oder prophezeit und dabei etwas auf seinem Kopf hat, macht seinem Haupt Schande.  Jede Frau aber, die mit unbedecktem Kopf betet oder prophezeit,+ macht ihrem Haupt Schande. Es ist genauso, als wäre sie eine Frau mit kahl geschorenem Kopf.  Falls eine Frau also ihren Kopf nicht bedeckt, soll sie sich das Haar abschneiden lassen. Wenn es aber für eine Frau eine Schande ist, dass ihr Haar abgeschnitten oder sie kahl geschoren wird, dann soll sie ihren Kopf bedecken.  Ein Mann sollte seinen Kopf nicht bedeckt haben, da er Gottes Bild+ und Herrlichkeit ist. Die Frau aber ist die Herrlichkeit des Mannes.  Denn der Mann stammt nicht von der Frau, sondern die Frau vom Mann.+  Außerdem wurde der Mann nicht für die Frau erschaffen, sondern die Frau für den Mann.+ 10  Deshalb sollte die Frau wegen der Engel+ ein Zeichen der Befugnis auf ihrem Kopf haben. 11  Allerdings gibt es im Herrn weder die Frau ohne den Mann noch den Mann ohne die Frau. 12  Denn so wie die Frau vom Mann kommt,+ so wird auch der Mann durch die Frau geboren. Alles aber kommt von Gott.+ 13  Urteilt selbst: Ist es passend, wenn eine Frau mit unbedecktem Kopf zu Gott betet? 14  Lehrt euch nicht schon die Natur, dass langes Haar für einen Mann eine Schande ist, 15  dass aber für eine Frau langes Haar eine Ehre ist? Ihr wurde ja das Haar anstelle einer Bedeckung gegeben. 16  Falls nun jemand deswegen streiten will: Wir haben keinen anderen Brauch und auch die Versammlungen Gottes nicht. 17  Während ich jedoch diese Anweisungen gebe, lobe ich euch nicht, denn dass ihr zusammenkommt, ist nicht zu eurem Nutzen, sondern zu eurem Schaden. 18  Erstens höre ich*, dass es Spaltungen unter euch gibt,+ wenn ihr in einer Versammlung zusammenkommt – und zum Teil glaube ich es. 19  Es wird nämlich sicher auch Sekten unter euch geben,+ damit die Bewährten unter euch offenbar werden.+ 20  Wenn ihr an einem Ort zusammenkommt, geschieht das eigentlich nicht, um das Abendmahl des Herrn zu essen.+ 21  Denn wenn ihr es esst, nimmt jeder zuvor sein eigenes Abendessen ein, sodass einer hungrig ist, ein anderer aber ist betrunken. 22  Habt ihr nicht Häuser, wo ihr essen und trinken könnt? Oder verachtet ihr die Versammlung Gottes und beschämt die, die nichts haben? Was soll ich euch sagen? Soll ich euch loben? In dieser Hinsicht lobe ich euch nicht. 23  Denn ich habe vom Herrn empfangen, was ich euch auch weitergegeben habe: Der Herr Jesus nahm in der Nacht,+ in der er verraten werden sollte, ein Brot, 24  und nachdem er ein Dankgebet gesprochen hatte, brach er es und sagte: „Es steht für meinen Körper*,+ der für euch ist. Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich.“+ 25  Genauso machte er es nach dem Abendessen mit dem Becher.+ Er sagte: „Dieser Becher steht für den neuen Bund,+ der durch mein Blut in Kraft tritt.+ Tut dies immer wieder, jedes Mal wenn ihr ihn trinkt, zur Erinnerung an mich.“+ 26  Denn sooft ihr dieses Brot esst und diesen Becher trinkt, verkündet ihr immer wieder den Tod des Herrn,+ bis er kommt. 27  Wer also in unwürdiger Weise das Brot isst oder den Becher des Herrn trinkt, macht sich am Körper und am Blut des Herrn schuldig. 28  Ein Mensch soll zuerst genau prüfen, ob er würdig ist.+ Erst dann soll er von dem Brot essen und aus dem Becher trinken. 29  Denn wer isst und trinkt, ohne zu erkennen, dass es um den Körper geht, zieht sich dadurch ein Strafgericht zu. 30  Deswegen sind viele unter euch schwach und krank und eine ganze Anzahl schläft im Tod.+ 31  Würden wir uns aber selbst beurteilen, dann würde nicht über uns gerichtet werden. 32  Wenn jedoch über uns gerichtet wird, werden wir von Jehova erzogen*,+ damit wir nicht mit der Welt verurteilt werden.+ 33  Darum, meine Brüder, wenn ihr zusammenkommt, um es zu essen, dann wartet aufeinander. 34  Ist jemand hungrig, soll er zu Hause essen, damit es nicht zur Verurteilung führt,+ wenn ihr zusammenkommt. Das Übrige werde ich in Ordnung bringen, wenn ich komme.

Fußnoten

Oder „Jeder Mann untersteht dem Christus. Eine Frau aber untersteht dem Mann. Und der Christus untersteht Gott“.
Oder „höre ich ständig“.
Oder „Leib“.
Oder „in Zucht genommen“.

Studienanmerkungen

Traditionen: Oder „Überlieferungen“. Das griechische Wort parádosis, das hier mit „Traditionen“ übersetzt ist, bezieht sich auf etwas, das weitergegeben oder überliefert wird, z. B. Informationen, Anweisungen oder Vorgehensweisen, die andere beachten sollen. In den Christlichen Griechischen Schriften wird das Wort manchmal im positiven Sinn für Traditionen verwendet, die Teil der wahren Anbetung waren (2Th 2:15; 3:6). Beispielsweise konnten die Informationen, die Paulus über den Ablauf der Abendmahlsfeier erhielt, zu Recht als christliche Tradition an die Versammlungen weitergegeben werden (1Ko 11:23). Oft wird parádosis auch im negativen Sinn für Traditionen gebraucht, die auf falschen Vorstellungen beruhten oder die man auf eine Art verstand oder befolgte, die fragwürdig war und sich schädlich auswirkte (Mat 15:2, 3; Mar 7:3, 5, 13; Kol 2:8).

Zeichen der Befugnis: In diesem Kapitel gibt Paulus Hinweise zum Thema Leitung durch ein Haupt (1Ko 11:3). Hier spricht er davon, dass eine Christin eine Kopfbedeckung tragen sollte, wenn sie in der Versammlung betet oder prophezeit. Die Kopfbedeckung ist ein „Zeichen der Befugnis“, ein sichtbares Zeichen, an dem auch die Engel erkennen, dass die Frau die Führungsrolle anerkennt, die Gott ernannten Männern in der Versammlung übertragen hat. Wenn eine Frau unter bestimmten Umständen eine Kopfbedeckung trägt, zeigt sie, dass sie sich bereitwillig in die Autoritätsstruktur der Versammlung einfügt (1Ko 11:4-6; siehe Anm. zu 1Ko 11:5, 15).

anstelle einer Bedeckung gegeben: Das mit „Bedeckung“ übersetzte griechische Wort peribólaion erscheint in den Christlichen Griechischen Schriften nur in diesem Vers. Es bezeichnet etwas, was man sich umwirft, z. B. einen Umhang, der Kopf und Schultern bedeckt. Bei den Juden und Griechen konnte man an der Haarlänge einer Person sofort ihr Geschlecht erkennen. Sklavinnen und möglicherweise auch manchen Frauen, die beim Ehebruch ertappt worden waren, wurden die Haare kurz geschnitten oder komplett abgeschoren. (Siehe Anm. zu 1Ko 11:5.) Die langen Haare einer Frau erinnerten auf natürliche Weise an ihre Stellung innerhalb des göttlichen Leitungsprinzips (1Ko 11:3). Trug eine Christin beim Beten oder Prophezeien in der Versammlung als „Zeichen der Befugnis“ eine Kopfbedeckung, zeigte sie anderen, einschließlich der Engel, dass sie dieses Leitungsprinzip anerkannte (1Ko 11:3-16; siehe Anm. zu 1Ko 11:10).

anstelle einer Bedeckung gegeben: Das mit „Bedeckung“ übersetzte griechische Wort peribólaion erscheint in den Christlichen Griechischen Schriften nur in diesem Vers. Es bezeichnet etwas, was man sich umwirft, z. B. einen Umhang, der Kopf und Schultern bedeckt. Bei den Juden und Griechen konnte man an der Haarlänge einer Person sofort ihr Geschlecht erkennen. Sklavinnen und möglicherweise auch manchen Frauen, die beim Ehebruch ertappt worden waren, wurden die Haare kurz geschnitten oder komplett abgeschoren. (Siehe Anm. zu 1Ko 11:5.) Die langen Haare einer Frau erinnerten auf natürliche Weise an ihre Stellung innerhalb des göttlichen Leitungsprinzips (1Ko 11:3). Trug eine Christin beim Beten oder Prophezeien in der Versammlung als „Zeichen der Befugnis“ eine Kopfbedeckung, zeigte sie anderen, einschließlich der Engel, dass sie dieses Leitungsprinzip anerkannte (1Ko 11:3-16; siehe Anm. zu 1Ko 11:10).

unbedecktem: Oder „unverhülltem“. In der jüdischen Gesellschaft und in Teilen der griechisch-römischen Welt galt es allgemein als Zeichen von Bescheidenheit, wenn eine Frau ihr Haar in der Öffentlichkeit bedeckte oder sich verschleierte. Wie aus den Worten von Paulus in diesem Kapitel hervorgeht, trugen auch Christinnen im 1. Jh. eine Kopfbedeckung. Es gab aber offenbar auch Frauen, wie z. B. Zauberinnen und Priesterinnen verschiedener Kulte, die ihren Schleier abnahmen und ihr Haar unordentlich herunterhängen ließen, wenn sie sich unter dem Einfluss einer übernatürlichen Kraft glaubten. In der Christenversammlung wäre ein solches Verhalten eine Respektlosigkeit gegenüber Jehovas Prinzip der Leitung durch ein Haupt und der Unterordnung gewesen. Möglicherweise gab Paulus den Christen in Korinth deshalb Rat zu diesem Thema (1Ko 11:3-10; siehe Anm. zu 1Ko 11:10, 15).

Frau mit kahl geschorenem Kopf: Gemäß den Worten von Paulus galt es für eine Frau als Schande, einen kahl geschorenen Kopf oder kurze Haare zu haben. Das lag womöglich daran, dass ein geschorener Kopf normalerweise nur mit Sklavinnen in Verbindung gebracht wurde und vielleicht auch mit Frauen, die beim Ehebruch ertappt worden waren. Außerdem sprechen die Hebräischen Schriften von Frauen, die erleben mussten, dass ihre „hübsche Frisur“ durch eine „Glatze“ ersetzt wurde, ein Zeichen der Trauer (Jes 3:24). Die genauen Hintergründe der Aussage von Paulus sind nicht bekannt. Jedenfalls vergleicht er die Schande solcher Frauen mit der Schande von Frauen, die in der Christenversammlung ohne Kopfbedeckung beteten oder prophezeiten. Ihre Schande wäre genauso groß, wie wenn sie ihr Haar komplett abrasierten, und sie würden mangelnden Respekt vor Gottes Leitungsprinzip zeigen (1Ko 11:3-10; siehe Anm. zu 1Ko 11:15).

Zeichen der Befugnis: In diesem Kapitel gibt Paulus Hinweise zum Thema Leitung durch ein Haupt (1Ko 11:3). Hier spricht er davon, dass eine Christin eine Kopfbedeckung tragen sollte, wenn sie in der Versammlung betet oder prophezeit. Die Kopfbedeckung ist ein „Zeichen der Befugnis“, ein sichtbares Zeichen, an dem auch die Engel erkennen, dass die Frau die Führungsrolle anerkennt, die Gott ernannten Männern in der Versammlung übertragen hat. Wenn eine Frau unter bestimmten Umständen eine Kopfbedeckung trägt, zeigt sie, dass sie sich bereitwillig in die Autoritätsstruktur der Versammlung einfügt (1Ko 11:4-6; siehe Anm. zu 1Ko 11:5, 15).

anstelle einer Bedeckung gegeben: Das mit „Bedeckung“ übersetzte griechische Wort peribólaion erscheint in den Christlichen Griechischen Schriften nur in diesem Vers. Es bezeichnet etwas, was man sich umwirft, z. B. einen Umhang, der Kopf und Schultern bedeckt. Bei den Juden und Griechen konnte man an der Haarlänge einer Person sofort ihr Geschlecht erkennen. Sklavinnen und möglicherweise auch manchen Frauen, die beim Ehebruch ertappt worden waren, wurden die Haare kurz geschnitten oder komplett abgeschoren. (Siehe Anm. zu 1Ko 11:5.) Die langen Haare einer Frau erinnerten auf natürliche Weise an ihre Stellung innerhalb des göttlichen Leitungsprinzips (1Ko 11:3). Trug eine Christin beim Beten oder Prophezeien in der Versammlung als „Zeichen der Befugnis“ eine Kopfbedeckung, zeigte sie anderen, einschließlich der Engel, dass sie dieses Leitungsprinzip anerkannte (1Ko 11:3-16; siehe Anm. zu 1Ko 11:10).

unbedecktem: Oder „unverhülltem“. In der jüdischen Gesellschaft und in Teilen der griechisch-römischen Welt galt es allgemein als Zeichen von Bescheidenheit, wenn eine Frau ihr Haar in der Öffentlichkeit bedeckte oder sich verschleierte. Wie aus den Worten von Paulus in diesem Kapitel hervorgeht, trugen auch Christinnen im 1. Jh. eine Kopfbedeckung. Es gab aber offenbar auch Frauen, wie z. B. Zauberinnen und Priesterinnen verschiedener Kulte, die ihren Schleier abnahmen und ihr Haar unordentlich herunterhängen ließen, wenn sie sich unter dem Einfluss einer übernatürlichen Kraft glaubten. In der Christenversammlung wäre ein solches Verhalten eine Respektlosigkeit gegenüber Jehovas Prinzip der Leitung durch ein Haupt und der Unterordnung gewesen. Möglicherweise gab Paulus den Christen in Korinth deshalb Rat zu diesem Thema (1Ko 11:3-10; siehe Anm. zu 1Ko 11:10, 15).

Frau mit kahl geschorenem Kopf: Gemäß den Worten von Paulus galt es für eine Frau als Schande, einen kahl geschorenen Kopf oder kurze Haare zu haben. Das lag womöglich daran, dass ein geschorener Kopf normalerweise nur mit Sklavinnen in Verbindung gebracht wurde und vielleicht auch mit Frauen, die beim Ehebruch ertappt worden waren. Außerdem sprechen die Hebräischen Schriften von Frauen, die erleben mussten, dass ihre „hübsche Frisur“ durch eine „Glatze“ ersetzt wurde, ein Zeichen der Trauer (Jes 3:24). Die genauen Hintergründe der Aussage von Paulus sind nicht bekannt. Jedenfalls vergleicht er die Schande solcher Frauen mit der Schande von Frauen, die in der Christenversammlung ohne Kopfbedeckung beteten oder prophezeiten. Ihre Schande wäre genauso groß, wie wenn sie ihr Haar komplett abrasierten, und sie würden mangelnden Respekt vor Gottes Leitungsprinzip zeigen (1Ko 11:3-10; siehe Anm. zu 1Ko 11:15).

anstelle einer Bedeckung gegeben: Das mit „Bedeckung“ übersetzte griechische Wort peribólaion erscheint in den Christlichen Griechischen Schriften nur in diesem Vers. Es bezeichnet etwas, was man sich umwirft, z. B. einen Umhang, der Kopf und Schultern bedeckt. Bei den Juden und Griechen konnte man an der Haarlänge einer Person sofort ihr Geschlecht erkennen. Sklavinnen und möglicherweise auch manchen Frauen, die beim Ehebruch ertappt worden waren, wurden die Haare kurz geschnitten oder komplett abgeschoren. (Siehe Anm. zu 1Ko 11:5.) Die langen Haare einer Frau erinnerten auf natürliche Weise an ihre Stellung innerhalb des göttlichen Leitungsprinzips (1Ko 11:3). Trug eine Christin beim Beten oder Prophezeien in der Versammlung als „Zeichen der Befugnis“ eine Kopfbedeckung, zeigte sie anderen, einschließlich der Engel, dass sie dieses Leitungsprinzip anerkannte (1Ko 11:3-16; siehe Anm. zu 1Ko 11:10).

Zeichen der Befugnis: In diesem Kapitel gibt Paulus Hinweise zum Thema Leitung durch ein Haupt (1Ko 11:3). Hier spricht er davon, dass eine Christin eine Kopfbedeckung tragen sollte, wenn sie in der Versammlung betet oder prophezeit. Die Kopfbedeckung ist ein „Zeichen der Befugnis“, ein sichtbares Zeichen, an dem auch die Engel erkennen, dass die Frau die Führungsrolle anerkennt, die Gott ernannten Männern in der Versammlung übertragen hat. Wenn eine Frau unter bestimmten Umständen eine Kopfbedeckung trägt, zeigt sie, dass sie sich bereitwillig in die Autoritätsstruktur der Versammlung einfügt (1Ko 11:4-6; siehe Anm. zu 1Ko 11:5, 15).

Frau mit kahl geschorenem Kopf: Gemäß den Worten von Paulus galt es für eine Frau als Schande, einen kahl geschorenen Kopf oder kurze Haare zu haben. Das lag womöglich daran, dass ein geschorener Kopf normalerweise nur mit Sklavinnen in Verbindung gebracht wurde und vielleicht auch mit Frauen, die beim Ehebruch ertappt worden waren. Außerdem sprechen die Hebräischen Schriften von Frauen, die erleben mussten, dass ihre „hübsche Frisur“ durch eine „Glatze“ ersetzt wurde, ein Zeichen der Trauer (Jes 3:24). Die genauen Hintergründe der Aussage von Paulus sind nicht bekannt. Jedenfalls vergleicht er die Schande solcher Frauen mit der Schande von Frauen, die in der Christenversammlung ohne Kopfbedeckung beteten oder prophezeiten. Ihre Schande wäre genauso groß, wie wenn sie ihr Haar komplett abrasierten, und sie würden mangelnden Respekt vor Gottes Leitungsprinzip zeigen (1Ko 11:3-10; siehe Anm. zu 1Ko 11:15).

Spaltungen: Siehe Anm. zu 1Ko 1:10.

Spaltungen: Oder „Risse“, „Schismen“. Jesus hatte um Einheit unter seinen Nachfolgern gebetet (Joh 17:20-23), und auch Paulus legte großen Wert auf die Einheit in der Christenversammlung. Als Paulus um 55 u. Z. seinen ersten inspirierten Brief an die Korinther schrieb, war die Versammlung in verschiedene Lager gespalten. Einige betrachteten Apollos als ihren Führer, andere Paulus oder Petrus und wieder andere ausschließlich Christus (1Ko 1:11, 12). Paulus warnte davor, Männern, die einfach nur Diener von Gott und Christus waren, unangebrachte Prominenz zu verschaffen (1Ko 3:4-9, 21-23; 4:6, 7). Er verwendet das mit „Spaltungen“ übersetzte griechische Wort s·chísma insgesamt drei Mal in diesem Brief (1Ko 1:10; 11:18; 12:25).

Sekten unter euch: Wie der vorangehende Vers zeigt, hatte Paulus erfahren, dass es in der Versammlung in Korinth Spaltungen gab. Er wies darauf hin, dass durch die Existenz solcher Lager sichtbar würde, wer zu den in Gottes Augen Bewährten gehörte. Wer sich von solchen entzweienden Gruppen fernhielt und demütig alles tat, um Liebe und Einheit zu fördern, würde sich durch seine Treue von anderen unterscheiden; es würde deutlich werden, dass er ein echter Christ ist, der die richtigen Beweggründe hat. Auf diese Weise wurde durch Spaltungen und Sekten erkennbar, wer Gottes Anerkennung hatte. (Zu dem Begriff „Sekte“ siehe auch Anm. zu Apg 24:5.)

Sekte: Ursprünglich bedeutete das entsprechende griechische Wort háiresis (von dem das deutsche Wort „Häresie“ abgeleitet ist) allem Anschein nach „Wahl“. In diesem Sinn wird das Wort in der Septuaginta in 3Mo 22:18 verwendet, wo es heißt, dass Israeliten Gaben „entsprechend … ihrer freien Entscheidung(en)“ darbrachten. In den Christlichen Griechischen Schriften bezieht sich der Begriff auf Gruppen, die bestimmte Ansichten oder Lehrmeinungen vertreten. Er wird z. B. auf die zwei bedeutenden Strömungen des Judentums angewandt: die Pharisäer und die Sadduzäer (Apg 5:17; 15:5; 26:5). Nichtchristen bezeichneten das Christentum als „Sekte“ oder „Sekte der Nazarener“, evtl. weil sie es als Absplitterung vom Judentum betrachteten (Apg 24:5, 14; 28:22). háiresis wurde aber auch von den Christen selbst für Gruppierungen verwendet, die innerhalb der Christenversammlung entstanden. Jesus hatte jedoch hervorgehoben, dass Einheit unter seinen Nachfolgern sehr wichtig wäre, und hatte ausdrücklich darum gebetet (Joh 17:21). Die Apostel taten alles, um diese Einheit zu fördern (1Ko 1:10; Jud 17-19), denn eine Spaltung der Versammlung in verschiedene Lager oder Gruppierungen würde die Einheit zerstören. Durch Uneinigkeit in Glaubensfragen konnte es zu Meinungsverschiedenheiten, heftigen Auseinandersetzungen bis hin zur Feindschaft kommen (vgl. Apg 23:7-10). Vor diesem Hintergrund bekam das Wort háiresis einen negativen Beiklang. Sekten gehörten zu den „Auswirkungen der sündigen Natur“, und es musste alles getan werden, um ihre Entstehung zu verhindern (Gal 5:19-21; 1Ko 11:19; 2Pe 2:1).

Abendmahl des Herrn: Oder „Herrenmahl“. Dieser Ausdruck erscheint in den Christlichen Griechischen Schriften nur ein Mal und bezieht sich auf die Gedenkfeier, die der Herr Jesus Christus am 14. Nisan kurz vor seinem Tod einführte. Das Mahl besteht aus ungesäuertem Brot und Wein – Symbole für den Körper bzw. das Blut Christi. Über die erste Abendmahlsfeier und die damit verbundenen Ereignisse berichten zwei Augenzeugen und Teilnehmer: Matthäus und Johannes (Mat 26:17-30; Joh 13:1-38). Markus und Lukas liefern zusätzliche Details, obwohl sie selbst nicht dabei waren (Mar 14:17-26; Luk 22:7-39). Und Paulus gibt durch seine Hinweise an die Versammlung in Korinth weiteren Aufschluss (1Ko 10:16-22; 11:20-34). Laut dem Bericht von Lukas und Paulus sagte Jesus zu seinen Jüngern: „Tut dies immer wieder zur Erinnerung an mich“ (Luk 22:19; 1Ko 11:24, 25), oder wie andere Übersetzungen es wiedergeben: „Tut dies zu meinem Gedächtnis!“ Deshalb wird das Abendmahl passenderweise auch Gedächtnismahl genannt. Der Zweck des Abendmahls des Herrn besteht darin, an Jesu Tod zu erinnern. Es ist laut der Bibel die einzige Feier, die Christen begehen sollen.

einer hungrig ist, ein anderer aber ist betrunken: Paulus ermahnte die Christen in Korinth, weil sie den heiligen Anlass nicht in Einheit und Würde begingen. Einige brachten ihr Abendessen mit und aßen vor oder während der Zusammenkunft. Manche tranken dabei so viel Wein, dass sie betrunken waren. Andere hatten kein Abendessen. Sie waren hungrig und schämten sich in der Gegenwart derer, die viel zu essen hatten. Ob schläfrig oder gedanklich abgelenkt – diese Christen waren nicht in der richtigen Verfassung, um an der Abendmahlsfeier teilzunehmen oder den Anlass gebührend zu würdigen.

ich habe vom Herrn empfangen: Da Paulus nicht dabei war, als Jesus und die 11 Apostel am 14. Nisan 33 das erste Mal das Abendmahl des Herrn feierten, muss er die Informationen, die er darüber weitergab, durch eine inspirierte Offenbarung oder auf mündlichem Weg „vom Herrn empfangen“ haben. In einigen wenigen Übersetzungen steht hier der Gottesname, doch wie der Kontext nahelegt, bezieht sich das griechische Wort kýrios („Herr“) an dieser Stelle auf den Herrn Jesus Christus.

steht für: Siehe Anm. zu Mat 26:26.

steht für: Das griechische Wort estín (wtl. „ist“) hat hier den Sinn von „bedeuten“, „darstellen“, „heißen“ oder „symbolisieren“. Den Aposteln war diese Bedeutung klar, denn sie sahen sowohl Jesus mit seinem vollkommenen Körper vor sich als auch das ungesäuerte Brot, das sie gleich essen würden. Folglich konnte das Brot nicht Jesu buchstäblicher Körper sein. Interessanterweise wird estín in Mat 12:7 in vielen Bibelübersetzungen mit „heißt“ wiedergegeben.

nach dem Abendessen: D. h. nach dem Passahmahl.

sooft: Paulus spricht im Kontext nicht über die Häufigkeit, sondern über den Ablauf der Abendmahlsfeier. Im Griechischen steht (sowohl hier als auch im V. 25) das Wort hosákis, das „sooft“, „wann immer“, „jedes Mal wenn“ bedeutet. Im Prinzip sagt Paulus zu den gesalbten Christen: „Jedes Mal wenn ihr das tut, verkündet ihr immer wieder den Tod des Herrn.“ Sie tun das, bis er kommt, d. h. bis Jesus kommt, um sie in den Himmel aufzunehmen und das Urteil zu vollstrecken. Dann wird das Abendmahl des Herrn nicht mehr gefeiert werden. (Siehe Anm. zu Mat 24:30.)

kommen: Die erste von acht Stellen in Matthäus, Kapitel 24 und 25, wo von Jesu Kommen die Rede ist (Mat 24:42, 44, 46; 25:10, 19, 27, 31). An allen Stellen steht eine Form des griechischen Verbs érchomai („kommen“). In diesem Vers bezieht es sich darauf, dass Jesus seine Aufmerksamkeit auf die Menschheit richtet. Insbesondere ist hier sein Kommen als Richter gemeint, wenn er in der großen Drangsal das Urteil verkündet und vollstreckt.

zieht sich dadurch ein Strafgericht zu: Das Abendmahl des Herrn ist ein Gemeinschaftsmahl ähnlich dem im alten Israel. Damals konnte man Jehova ein Opfer darbringen und anschließend an einem Gemeinschaftsmahl teilnehmen. (Siehe Worterklärungen zu „Gemeinschaftsopfer“.) Wer unrein war, durfte nach dem mosaischen Gesetz bei so einem heiligen Mahl jedoch nicht mitessen, sonst hätte er „aus seinem Volk entfernt werden“ müssen (3Mo 7:20, 21). Das Abendmahl ist ein Gemeinschaftsmahl, an dem die Gesalbten teilnehmen. Vereint im selben Glauben nehmen sie vom Brot und vom Wein, Symbole für Jesu Körper und Blut. Aber auch Jehova, der Urheber der Abendmahlsfeier, nimmt daran teil. Da das Mahl heilig ist, fordert Paulus Christen auf, sich vorher einer Selbstprüfung zu unterziehen (1Ko 11:27-29). Wer bei dem Mahl mitisst und -trinkt, aber noch unreine, unbiblische Gewohnheiten hat oder sich heuchlerisch benimmt, „zieht sich … ein Strafgericht zu“, weil er keinen Respekt vor dem Lösegeld zeigt. (Vgl. Heb 10:28-31.)

schläft im Tod: Wtl. „schläft“. Bezieht sich hier offensichtlich auf den geistigen Tod.

werden wir von Jehova erzogen: Paulus ermutigt die Korinther hier, auf die Erziehung oder Korrektur, die sie wegen ihres respektlosen Verhaltens beim Abendmahl erhalten hatten, positiv zu reagieren (1Ko 11:27, 29). So würden sie es vermeiden, mit der Welt verurteilt zu werden, d. h. mit der ungerechten, von Gott entfremdeten Welt. Die Bibel beschreibt Jehova als jemand, der seine Diener erzieht und korrigiert, weil er sie liebt (5Mo 11:2; Spr 3:11, 12; Jer 7:28; Heb 12:5, 6).

von Jehova erzogen: Diese Formulierung könnte an Spr 3:11, 12 angelehnt sein, wo es heißt: „Mein Sohn, lehne die Erziehung von Jehova nicht ab …, denn Jehova weist den zurecht, den er liebt.“ In Spr 3:11 erscheint der Gottesname im hebräischen Urtext in Form der vier Konsonanten יהוה (JHWH) zusammen mit dem Wort für „Erziehung“. Paulus zitiert diese Verse aus Sprüche in Heb 12:5, 6, weshalb dort der Name Jehova im Haupttext der Neuen-Welt-Übersetzung verwendet wird. (Siehe Anh. C1.) Da im vorliegenden Vers ein ähnlicher Wortlaut zu finden ist und die griechischen Wörter für „erziehen“ und „Erziehung“ hier und in Heb 12:5, 6 dieselben sind wie in der Septuaginta-Wiedergabe von Spr 3:11, 12, wird im Haupttext von 1Ko 11:32 der Name Gottes gebraucht. (Siehe Anh. C3, Einleitung, 1Ko 11:32.)

Medien

Kopfbedeckungen
Kopfbedeckungen

In biblischer Zeit war es üblich, dass Frauen ihren Kopf in der Öffentlichkeit bedeckten. Dazu benutzten sie Schleier, Tücher oder auch ihr Obergewand. Als der Apostel Paulus der Versammlung in Korinth etwas zum Thema Kopfbedeckungen schrieb, ging es ihm jedoch um mehr als die Gepflogenheiten seiner Zeit. Unter dem Einfluss des heiligen Geistes schrieb er, dass eine Frau ihren Kopf bedecken musste, falls sie in der Versammlung öffentlich betete oder prophezeite und damit eine Aufgabe erfüllte, die Gott dem Mann zugedacht hatte (1Ko 11:5). Wenn eine Christin ihren Kopf bedeckte, zeigte sie Achtung vor dem göttlichen Leitungsprinzip (1Ko 11:3).