Nach Johannes 4:1-54

  • Jesus und die Samariterin (1-38)

    • Gott „mit Geist und Wahrheit anbeten“ (23, 24)

  • Viele Samariter glauben an Jesus (39-42)

  • Jesus heilt den Sohn eines Beamten (43-54)

4  Der Herr erfuhr, was die Pharisäer über ihn gehört hatten, nämlich dass Jesus mehr Menschen zu Jüngern machte und taufte+ als Johạnnes –  wobei Jesus nicht selbst taufte, sondern seine Jünger.  Daraufhin verließ er Judạ̈a und brach wieder nach Galilạ̈a auf.  Allerdings musste er Samạria durchqueren.  So kam er in eine samarịtische Stadt namens Sỵchar in der Nähe des Feldes, das Jakob seinem Sohn Joseph gegeben hatte.+  Dort befand sich auch der Jakobsbrunnen.+ An diesen Brunnen* hatte sich Jesus gesetzt, weil er von der Reise erschöpft war. Es war um die 6. Stunde*.  Eine Samarịterin kam, um Wasser zu holen, und Jesus bat sie: „Gib mir etwas zu trinken.“  (Seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen.)  Die Samarịterin fragte ihn: „Wieso bittest du als Jude mich, eine samarịtische Frau, um etwas zu trinken?“ (Die Juden haben nämlich keinen Umgang mit den Samarịtern.)+ 10  Jesus antwortete: „Wenn du gewusst hättest, worin Gottes Geschenk* besteht+ und wer zu dir sagt: ‚Gib mir etwas zu trinken‘, dann hättest du ihn gefragt und er hätte dir lebendiges Wasser* gegeben.“+ 11  „Herr,* du hast nicht mal einen Eimer dabei“, entgegnete sie, „und der Brunnen ist tief. Woher hast du denn dieses lebendige Wasser? 12  Unser Vorfahr Jakob hat uns den Brunnen gegeben und schon mit seinen Söhnen und seinem Vieh daraus getrunken. Bist du etwa größer als er?“ 13  Jesus antwortete: „Jeder, der dieses Wasser trinkt, wird wieder durstig. 14  Wer aber das Wasser trinkt, das ich ihm gebe, wird nie wieder Durst haben.+ Dieses Wasser wird in ihm zu einer sprudelnden Quelle, die ewiges Leben gibt.“+ 15  Die Frau sagte zu ihm: „Herr, gib mir dieses Wasser, damit ich nicht mehr durstig werde und auch nicht ständig herkommen muss, um Wasser zu holen.“ 16  Er forderte sie nun auf: „Geh und hol deinen Mann.“ 17  „Ich habe keinen Mann“, meinte die Frau, worauf Jesus erwiderte: „Es stimmt, wenn du sagst: ‚Ich habe keinen Mann.‘ 18  Du warst zwar mit fünf Männern verheiratet, doch der Mann, mit dem du jetzt zusammen bist, mit dem bist du nicht verheiratet. Du hast also die Wahrheit gesagt.“ 19  „Herr, ich merke, du bist ein Prophet“,+ sagte die Frau. 20  „Unsere Vorfahren haben Gott auf diesem Berg hier angebetet, aber ihr behauptet, dass man ihn in Jerusalem anbeten muss.“+ 21  Jesus erwiderte: „Glaub mir, Frau*, die Zeit kommt, da wird man den Vater weder auf diesem Berg noch in Jerusalem anbeten. 22  Ihr betet an, was ihr nicht kennt,+ wir aber beten an, was wir kennen. Die Rettung beginnt nämlich mit den Juden.+ 23  Doch die Zeit kommt – ja sie ist schon da –, da werden die wahren Anbeter den Vater mit Geist und Wahrheit anbeten, denn nach solchen Anbetern sucht der Vater.+ 24  Gott ist ein Geist,+ und die ihn anbeten, müssen ihn mit Geist und Wahrheit anbeten.“+ 25  Darauf entgegnete die Frau: „Ich weiß, dass der Messịas kommt, der Christus genannt wird. Wenn er kommt, wird er uns alles erklären.“ 26  Da sagte Jesus: „Du redest gerade mit ihm – ich bin es.“+ 27  In diesem Moment trafen seine Jünger ein und wunderten sich, dass er mit einer Frau redete. Natürlich fragte keiner: „Was machst du da?“, oder: „Warum sprichst du mit ihr?“ 28  Die Frau ließ ihren Wasserkrug stehen, ging in die Stadt und berichtete den Leuten: 29  „Kommt und seht euch den Mann an, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe. Ob das wohl der Christus ist?“ 30  Daraufhin kamen die Leute aus der Stadt heraus und gingen zu ihm. 31  Inzwischen redeten die Jünger auf ihn ein: „Rabbi,+ iss doch etwas.“ 32  Er entgegnete: „Ich habe eine Nahrung, von der ihr nichts wisst.“ 33  Da sagten die Jünger zueinander: „Aber es hat ihm doch niemand etwas zu essen gebracht, oder?“ 34  Jesus erklärte ihnen: „Meine Nahrung ist, den Willen dessen auszuführen, der mich gesandt hat,+ und sein Werk zu Ende zu führen.+ 35  Sagt ihr nicht, dass es noch vier Monate bis zur Ernte sind? Ich dagegen sage euch: Seht euch die Felder an, dass sie reif* sind für die Ernte.+ Bereits jetzt 36  bekommt der Erntearbeiter seinen Lohn und sammelt Frucht für das ewige Leben, sodass sich beide freuen können – der gesät hat und der erntet.+ 37  Hier trifft das Sprichwort zu: Der eine sät und der andere erntet. 38  Ich habe euch ausgesandt, damit ihr das erntet, wofür ihr euch nicht abgemüht habt. Andere haben sich abgemüht und ihr profitiert von ihrer harten Arbeit.“ 39  Viele Samarịter aus dieser Stadt glaubten an ihn, weil die Frau bezeugte: „Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.“+ 40  Als daher die Samarịter zu ihm kamen, baten sie ihn zu bleiben, und er blieb zwei Tage dort. 41  Das Ergebnis war: Durch das, was er sagte, kamen noch viel mehr zum Glauben, 42  und sie sagten zu der Frau: „Wir glauben jetzt nicht nur wegen deines Berichts, denn wir haben es selbst gehört und wissen, dass dieser Mann wirklich der Retter der Welt ist.“+ 43  Nach den zwei Tagen zog er weiter nach Galilạ̈a. 44  Jesus bezeugte allerdings selbst, dass ein Prophet im eigenen Heimatland nicht geehrt wird.+ 45  Als er nun in Galilạ̈a ankam, hießen ihn die Leute willkommen, weil sie in Jerusalem beim Fest gewesen waren+ und gesehen hatten, was er dort alles getan hatte.+ 46  Er ging dann wieder nach Kạna in Galilạ̈a, wo er Wasser in Wein verwandelt hatte.+ Ein königlicher Beamter in Kapẹrnaum hatte einen kranken Sohn. 47  Als dieser Mann erfuhr, dass Jesus von Judạ̈a nach Galilạ̈a gekommen war, ging er zu ihm hin und bat ihn, nach Kapẹrnaum hinunterzukommen und seinen Sohn, der im Sterben lag, zu heilen. 48  Doch Jesus sagte zu ihm: „Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, werdet ihr nie glauben.“+ 49  „Herr, komm, bevor mein Kind stirbt!“, flehte der königliche Beamte. 50  Jesus erwiderte: „Geh heim, dein Sohn lebt.“+ Der Mann glaubte dem, was Jesus gesagt hatte, und ging weg. 51  Er war noch unterwegs, als seine Sklaven ihm entgegenkamen und sagten, dass sein Junge lebt*. 52  Da fragte er sie, seit wann genau es ihm besser ging, worauf sie antworteten: „Gestern zur 7. Stunde* war das Fieber weg.“ 53  Dem Vater wurde nun bewusst, dass es genau in der Stunde war, wo Jesus zu ihm gesagt hatte: „Dein Sohn lebt.“+ Und so wurden er und seine gesamte Haus­gemeinschaft gläubig. 54  Das war das zweite Zeichen,+ das Jesus vollbrachte, als er aus Judạ̈a nach Galilạ̈a kam.

Fußnoten

Oder „Quelle“.
D. h. gegen Mittag.
Oder „freie Gabe“.
Oder „Quellwasser“.
Hier ist „Herr“ einfach eine Höflichkeits­anrede (auch in Vers 15 und 19).
Die Anrede „Frau“ ist nicht respektlos gemeint.
Wtl. „weiß“.
Oder „auf dem Weg der Besserung ist“.
D. h. gegen 13 Uhr.