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Jehovas Zeugen

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JUNGE LEUTE FRAGEN

Bin ich ein Perfektionist?

Wenn du ...

  • bei jedem Test nur mit der absoluten Bestnote zufrieden bist,

  • nie was Neues ausprobierst, weil du Angst hast zu versagen,

  • jede Kritik sofort persönlich nimmst,

dann könnte die Antwort auf die Frage durchaus Ja sein. Aber: Ist das überhaupt wichtig?

 Perfektionismus: Wo ist das Problem?

Es ist überhaupt nichts falsch daran, sein Bestes zu geben. Aber „es gibt einen großen Unterschied zwischen gesundem Ehrgeiz und dem ungesunden Streben nach unrealistischen Idealen“, heißt es in dem Buch Perfectionism—What’s Bad About Being Too Good?. Außerdem heißt es: „Perfektionismus kann unendlich belasten, denn ob wir es wahrhaben wollen oder nicht: Nobody is perfect.“

Das sagt auch die Bibel: „Da ist kein Mensch gerecht auf der Erde, der ständig Gutes tut“ (Prediger 7:20). Keiner ist vollkommen und macht alles richtig. Deine Leistungen werden also zwangsläufig nicht jedes Mal spektakulär sein.

Kannst du dich nur schwer damit abfinden? Vielleicht hilft es dir, wenn du dir bewusst machst, welche Schattenseiten der Perfektionismus hat:

  1. Wie du dich selbst siehst. Perfektionisten haben unrealistische Ansprüche an sich selbst — und damit sind Enttäuschungen vorprogrammiert. „Realistischerweise kann man nicht bei allem der Beste sein, und wenn man sich deswegen schlecht fühlt, hat man am Ende gar kein Selbstvertrauen mehr. Irgendwann ist man nur noch frustriert“ (Alicia).

  2. Wie du auf Kritik reagierst. Perfektionisten nehmen sachliche Kritik oft sehr persönlich. „Wenn mich jemand kritisiert, fühle ich mich schrecklich“, sagt Jeremy. „Wenn du ein Perfektionist bist, willst du dir deine Grenzen nicht eingestehen und nimmst keine Hilfe an, obwohl du sie eigentlich gut gebrauchen könntest.“

  3. Wie du andere siehst. Perfektionisten sind oft überkritisch. Das ist auch logisch: „Wer von sich selbst Perfektion erwartet, erwartet sie auch von anderen“, sagt die 18-jährige Anna. „Und wenn andere dem nicht gerecht werden, ist man immer wieder enttäuscht von ihnen.“

  4. Wie andere dich sehen. Wenn du zu viel von anderen erwartest, brauchst du dich nicht zu wundern, wenn sie dir irgendwann aus dem Weg gehen. „Es einem Perfektionisten immer recht machen zu müssen, ist unglaublich anstrengend“, sagt Beth. „Mit so jemandem will man einfach keine Zeit verbringen.“

 Was kann man besser machen?

In der Bibel steht: „Lasst eure Vernünftigkeit allen Menschen bekannt werden“ (Philipper 4:5). Wer vernünftig ist, erwartet nicht zu viel von sich und anderen.

„Man bekommt schon mehr als genug Druck von außen. Ein Perfektionist macht sich selbst nur noch mehr Druck. Und das hält keiner lange durch!“ (Nyla).

In der Bibel steht: „Weisheit ist bei den Bescheidenen“ (Sprüche 11:2). Wer bescheiden ist, akzeptiert seine Grenzen — sowohl was die Menge an Aufgaben angeht als auch die Zeit, die man in etwas investiert.

„Wenn man seine Sache gut machen will, kann man nicht zu jeder Aufgabe Ja sagen. Man kann nicht alles selbst machen“ (Hailey).

In der Bibel steht: „Alles, was deine Hand zu tun findet, das tu mit all deiner Kraft“ (Prediger 9:10). Perfektionismus zu bekämpfen bedeutet also nicht, faul zu werden. Es geht um eine gesunde Mischung aus Fleiß, Vernünftigkeit und Bescheidenheit.

„Ich versuche, alles so gut wie möglich zu machen. Mir ist schon klar, dass nicht alles perfekt sein wird, aber wenn ich mein Bestes gegeben hab, bin ich mit mir zufrieden“ (Joshua).