„Als unsere Tochter sechs Jahre alt war, haben wir das erste Mal mit ihr über Alkohol gesprochen. Wir waren überrascht, wie viel sie schon darüber wusste. Das hätten wir nicht gedacht“ (Alexander).

Was man wissen sollte

Es ist wichtig, mit Kindern über Alkohol zu reden. Man sollte nicht warten, bis das Kind im Teenageralter ist. „Ich wünschte, wir hätten mit unserem Sohn viel früher darüber gesprochen, wie man mit Alkohol richtig umgeht“, sagt Hamit aus Russland. „Wie wichtig das ist, habe ich auf die harte Tour gelernt, als ich merkte, dass mein Sohn mit 13 regelmäßig Alkohol trank.“

Ein Thema für alle Eltern — warum?

  • Klassenkameraden, Fernsehsendungen und Werbung können einen Einfluss darauf haben, wie Kinder über Alkohol denken.

  • Eine Befragung der deutschen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) ergab Folgendes: Etwa jeder siebte Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren hatte in den 30 Tagen vor der Befragung mindestens einmal große Mengen Alkohol getrunken.

 Es überrascht daher nicht, dass Gesundheitsexperten Eltern empfehlen, ihre Kinder schon früh über die Gefahren von Alkohol aufzuklären. Aber wie?

Was man tun kann

Auf Fragen vorbereitet sein. Kleine Kinder sind neugierig und mit zunehmendem Alter gibt es immer mehr Sachen, die neugierig machen. Darum ist es gut zu überlegen, wie man auf Fragen reagieren kann.

  • Möchte das Kind wissen, wie Alkohol schmeckt? Dann könnte man sagen, dass Wein in etwa so schmeckt wie saurer Fruchtsaft und Bier ziemlich bitter sein kann.

  • Will das Kind einen Schluck probieren? Dann könnte man erklären, dass der Körper eines Kindes keinen Alkohol verträgt. Man könnte erzählen, was passieren kann: Alkohol hat eine entspannende Wirkung, aber wenn man zu viel trinkt, kann einem schwindelig werden, man macht etwas Dummes oder sagt etwas, was einem später leidtut (Sprüche 23:29-35).

Sich gut informieren. In der Bibel heißt es: „Jeder Kluge wird mit Kenntnis handeln“ (Sprüche 13:16). Man sollte über die Wirkung von Alkohol und über die gesetzlichen Bestimmungen Bescheid wissen. So ist man gut vorbereitet, auch seinen Kindern zu helfen.

Das Thema ansprechen. „Das Thema Alkohol kann Kinder verwirren“, sagt Mark, ein Vater aus Großbritannien. „Ich habe für eine entspannte, zwanglose Atmosphäre gesorgt und meinen achtjährigen Sohn gefragt, ob es seiner Meinung nach richtig oder falsch ist, Alkohol zu trinken. Er konnte dann ganz offen sagen, was er denkt.“

Wenn man bei unterschiedlichen Gelegenheiten über Alkohol spricht, erreicht man bei seinen Kindern am meisten. Je nach Alter des Kindes kann man Gespräche über Alkohol auch mit anderen wichtigen Themen verknüpfen, wie zum Beispiel der Sicherheit im Straßenverkehr oder dem Thema Sexualität.

Ein gutes Vorbild sein. Ein Kind ist wie ein Schwamm. Es saugt alle Eindrücke in sich auf. Und wie Forschungen zeigen, haben Eltern den größten Einfluss auf ihre Kinder. Ist also für die Eltern Alkohol das Mittel der Wahl, um sich zu entspannen oder Stress abzubauen, könnten die Kinder denken: Bei Ängsten und Sorgen ist Alkohol die Lösung. Darum ist es wichtig, ein gutes Beispiel zu geben und selbst verantwortungsvoll mit Alkohol umzugehen.

Das Vorbild der Eltern hilft Kindern, mit Alkohol richtig umzugehen