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Jehovas Zeugen

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SINGAPUR

Wegen ihres Glaubens in Haft

Wegen ihres Glaubens in Haft

In Singapur herrscht Wehrpflicht und das Recht auf Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen wird nicht anerkannt. Junge Zeugen Jehovas, die den Wehrdienst aus Gewissensgründen verweigern, kommen deswegen für zwei aufeinanderfolgende Haftstrafen von insgesamt 39 Monaten ins Gefängnis.

Sobald ein Mann 18 wird, wird er aufgrund der Wehrpflicht zum Militärdienst einberufen. Lehnt ein Zeuge Jehovas das ab, wird er 15 Monate in einem Militärlager festgehalten. Nach Ablauf dieser Zeit wird er freigelassen und dann direkt angewiesen, eine Militäruniform anzulegen und an der militärischen Ausbildung teilzunehmen. Lehnt er das auch ab, wird er zum zweiten Mal vor ein Militärgericht gebracht und dann zu 24 Monaten Haft verurteilt.

Singapur lehnt es ab, sich an die UN-Vorgaben zu halten

Die Vereinten Nationen haben ihre Mitgliedsstaaten schon lange dazu aufgerufen, „die Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen als legitime Ausübung des Rechts auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit anzuerkennen, das durch die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte gesichert ist“. Obwohl Singapur seit 1965 Mitgliedsstaat ist, hat es zum Ausdruck gebracht, dass es in dieser Sache nicht den Vereinten Nationen zustimmt. In einem Brief vom 24. April 2002 an die UN-Menschenrechtskommission erklärte ein Regierungsvertreter aus Singapur: „Wenn persönliche Ansichten oder Handlungen Einzelner im Widerspruch [zu dem Recht der nationalen Verteidigung] stehen, hat das Recht des Staates, die nationale Sicherheit zu schützen, Vorrang.“ In unmissverständlichen Worten schrieb er: „Die Allgemeingültigkeit der Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen erkennen wir nicht an.“

Rückblick

  1. 16. September 2016

    Insgesamt 13 Zeugen Jehovas befinden sich aufgrund ihrer Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen in Haft.

  2. November 2013

    Wegen Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen sind insgesamt 18 Zeugen Jehovas inhaftiert.

  3. 24. April 2002

    Ein Regierungsvertreter bestätigt, dass Singapur das Recht, den Wehrdienst aus Gewissensgründen zu verweigern, nicht anerkennt.

  4. Februar 1995

    Verstärkte Unterdrückung und häufigere Festnahmen von Bürgern Singapurs, die Zeugen Jehovas sind.

  5. 8. August 1994

    Der Oberste Gerichtshof von Singapur lehnt den Berufungsantrag von Jehovas Zeugen ab.

  6. 12. Januar 1972

    Die Regierung in Singapur löst die Rechtskörperschaft von Jehovas Zeugen auf.