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Jehovas Zeugen

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FRANKREICH

Frankreich: Überblick

Frankreich: Überblick

Jehovas Zeugen sind in Frankreich seit 1906 gesetzlich anerkannt und genießen grundsätzlich Religionsfreiheit. Allerdings gab es Mitte der 1990er-Jahre einen Parlamentsbericht mit dem Titel „Sekten in Frankreich“, der Jehovas Zeugen zu vermeintlich gefährlichen Sekten zählte. Obwohl der Bericht keine rechtlichen Auswirkungen hatte, wurde er genutzt, um gegen Jehovas Zeugen vorzugehen. Es folgte eine Welle öffentlicher Verleumdung und Diskriminierung.

Am deutlichsten wurde das Vorgehen, als die Regierung eine völlig überzogene Steuer auf Spenden erhob, durch die die Zentrale von Jehovas Zeugen in Frankreich finanziell ruiniert werden sollte. Nach einem 16-jährigen Rechtsstreit urteilte der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte am 30. Juni 2011 einstimmig, dass Frankreich die Religionsfreiheit von Jehovas Zeugen verletzt hat. Jehovas Zeugen haben sich rechtlich auch gegen andere Formen der Diskriminierung in Frankreich gewehrt; zum Beispiel, weil ihnen Baugenehmigungen und Anerkennungen als Seelsorger verweigert wurden und weil sie öffentliche Gebäude nicht für Gottesdienste mieten durften.

Die Falschdarstellung durch die Regierung hatte zur Folge, dass man Jehovas Zeugen mit großem Misstrauen begegnet, trotz des Urteils des EGMR und vieler positiver Entscheidungen inländischer Gerichte. Deswegen gibt es immer noch viele Fälle, in denen Jehovas Zeugen schikaniert und körperlich angegriffen werden oder ihre Gotteshäuser beschädigt werden.