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Jehovas Zeugen

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ERITREA

Wegen ihres Glaubens in Haft

Wegen ihres Glaubens in Haft

In Eritrea werden Zeugen Jehovas und andere ohne Gerichtsverfahren oder formelle Anklagen verhaftet und eingesperrt. Zeugen Jehovas — darunter sogar Kinder und Ältere — werden wegen ihrer Religionsausübung und aus anderen vonseiten der Regierung nicht genannten Gründen inhaftiert. Außerdem kommen junge Männer ins Gefängnis wegen Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen.

Als Eritrea 1993 unabhängig wurde, verloren Jehovas Zeugen ihre grundlegenden Freiheiten. Durch eine Verordnung des Präsidenten Afewerki vom 25. Oktober 1994 wurde allen Zeugen Jehovas die Staatsbürgerschaft aberkannt, weil sie 1993 beim Unabhängigkeitsreferendum keine Stimme abgegeben hatten und weil sie den Wehrdienst aus Gewissensgründen verweigern. Seitdem werden Zeugen Jehovas in Eritrea von staatlichen Sicherheitskräften inhaftiert, gefoltert und schikaniert; man will sie zwingen, ihren Glauben aufzugeben.

Gefängnisstrafen von unbestimmter Dauer unter harten Bedingungen

Drei Männer, Paulos Eyassu, Isaac Mogos und Negede Teklemariam, sind wegen Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen schon seit dem 24. September 1994 im Gefängnis. Manche der inhaftierten Zeugen Jehovas sind in Frachtcontainern eingesperrt, andere in Stein- oder Metallgebäuden, die zur Hälfte unter der Erde liegen. Ein Häftling, Misghina Gebretinsae, starb im Juli 2011 im Alter von 62 Jahren den Hitzetod, als er in einem Bereich für die Bestrafung Gefangener war, der als der „Untergrund“ im Gefangenenlager Meitir beschrieben wird. Yohannes Haile verstarb am 16. August 2012 im Alter von 68 Jahren, nachdem er in diesem Lager fast vier Jahre lang unter ähnlichen Bedingungen inhaftiert gewesen war. Seitdem wurden einige wenige Zeugen Jehovas nach ernsten Gesundheitsbeschwerden aus dem Gefangenenlager Meitir freigelassen.

Jüngste Verhaftungen

Am 25.Oktober 2015 wurden zwei Zeuginnen Jehovas wegen ihrer Religionsausübung festgenommen. Eine von ihnen — eine Touristin, die Verwandte in Eritrea besuchte — wurde nach einer Woche aus der Haft wieder entlassen. Die andere Frau, eine 53-jährige Eritreerin, wird weiterhin festgehalten.

Am 5. April 2016 musste Saron Gebru eine 6-monatige Haftstrafe antreten; sie wurde verurteilt, weil sie 2014 die Abendmahlsfeier besucht hatte.

Rückblick

  1. 10. Oktober 2016

    Insgesamt sind 54 Zeugen Jehovas inhaftiert.

  2. 25. Juli 2014

    Die meisten der Zeugen Jehovas, die am 14. April festgenommen wurden, sind wieder freigelassen worden; 20 der 31 Zeugen Jehovas, die am 27. April festgenommen wurden, sind immer noch in Haft; insgesamt sind 73 Zeugen Jehovas in Haft.

  3. 27. April 2014

    31 Zeugen Jehovas werden während eines Gottesdienstes verhaftet.

  4. 14. April 2014

    Über 90 Zeugen Jehovas werden während der Feier zum Gedenken an den Tod Jesu Christi verhaftet.

  5. November 2013

    Insgesamt sind 52 Zeugen Jehovas unter harten Bedingungen inhaftiert.

  6. 16. August 2012

    Yohannes Haile verstirbt im Alter von 68 Jahren unter extremen Haftbedingungen.

  7. Juli 2011

    Misghina Gebretinsae verstirbt im Alter von 62 Jahren unter extremen Haftbedingungen.

  8. 28. Juni 2009

    Behördenvertreter durchsuchen die Privatwohnung eines Zeugen Jehovas und verhaften alle 23 anwesenden Zeugen Jehovas, die dort zu einem Gottesdienst versammelt waren; die Verhafteten sind zwischen 2 und 80 Jahre alt. Die Gesamtzahl der inhaftierten Zeugen Jehovas steigt auf 69.

  9. 28. April 2009

    Die Behörden verlegen bis auf einen alle Zeugen Jehovas, die in Polizeistationen inhaftiert waren, ins Gefangenenlager Meitir.

  10. 8. Juli 2008

    Behörden durchsuchen Häuser und Arbeitsplätze und verhaften 24 Zeugen Jehovas; die meisten von ihnen sind jeweils der Ernährer ihrer Familie.

  11. Mai 2002

    Die Regierung verbietet alle religiösen Gruppierungen, die nicht zu den vier staatlich anerkannten Religionen gehören.

  12. 25. Oktober 1994

    Durch eine Verordnung des Präsidenten wird Zeugen Jehovas die Staatsbürgerschaft aberkannt; damit bleiben ihnen auch grundlegende Menschenrechte verwehrt.

  13. 24. September 1994

    Paulos Eyassu, Isaac Mogos und Negede Teklemariam werden ohne offizielle Anklage oder Gerichtsverhandlung verhaftet. Sie sind immer noch im Gefängnis.

  14. 1940er-Jahre

    In Eritrea werden die ersten Gemeinden von Jehovas Zeugen gegründet.