Zurück zum Inhalt

Zurück zum Untermenü

Jehovas Zeugen

Deutsch

19. OKTOBER 2016
ERITREA

Verfolgung von Jehovas Zeugen in Eritrea erringt international nie dagewesene Aufmerksamkeit

Verfolgung von Jehovas Zeugen in Eritrea erringt international nie dagewesene Aufmerksamkeit

Nirgendwo in der Welt werden Jehovas Zeugen so massiv verfolgt wie in Eritrea. 1993 wurde das Land unabhängig und seitdem werden Zeugen Jehovas immer wieder verhaftet, gefoltert und stigmatisiert. Diese Misshandlung erleiden sie, weil sie sich politisch strikt neutral verhalten und niemals eine Waffe gegen jemand anders richten würden.

Gegenwärtig befinden sich 54 Zeugen Jehovas in Haft. Es kam in den letzten 22 Jahren — mit einer Ausnahme — in Verbindung mit den Verhaftungen weder zu einer formellen Anklage noch zu einer Anhörung. Drei Männer sitzen bereits seit 1994 im Gefängnis, weil sie aus Gewissensgründen den Wehrdienst verweigert haben.

Internationale Beschwerden häufen sich

Seit Beginn der Verfolgung haben Menschenrechtsorganisationen und Behörden das erfahrene Leid von Zeugen Jehovas immer wieder angeprangert. Zuletzt hat eine UN-Kommission zur Untersuchung von Menschenrechtsverletzungen in Eritrea (COIE) der Notlage von Jehovas Zeugen eine nie dagewesene internationale Aufmerksamkeit verschafft. Die UN-Kommission übergab dem UN-Menschenrechtsrat im Juni 2015 einen ersten Bericht. In einer Jehovas Zeugen gewidmeten Passage wird die diskriminierende und gewalttätige Behandlung ihnen gegenüber beschrieben.

Am 21. Juni 2016 legte die Kommission dem UN-Menschenrechtsrat ihren zweiten detaillierten Bericht vor. Darin fordert sie Eritrea auf, „Religions- und Glaubensfreiheit zu respektieren“. Außerdem ist die Regierung aufgerufen, „die willkürliche Inhaftierung und die Festnahme von Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit, insbesondere von Anhängern bestimmter religiöser Gruppen, wie Jehovas Zeugen ... zu beenden und sofort und bedingungslos alle freizulassen, die unrechtmäßig und willkürlich inhaftiert sind“.

Die Kommission kennzeichnet die „Verfolgung aus religiösen und ethnischen Gründen“ in Eritrea als Verletzung von internationalem Recht und als „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“. Die internationale Gemeinschaft betrachtet die Verfolgung als eine der massivsten Menschenrechtsverletzungen. Die Kommission wird der UN-Generalversammlung am 27. Oktober 2016 von den neuesten Entwicklungen berichten.

Wird Eritrea die unrechtmäßige Behandlung von Jehovas Zeugen einstellen?

Weltweit sind Jehovas Zeugen über die Behandlung ihrer Glaubensbrüder in Eritrea tief betroffen. Sie bitten die Regierung eindringlich, die Misshandlung dieser aufrichtigen Christen einzustellen und ihre fundamentalen und unveräußerlichen Rechte zu respektieren.