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Jehovas Zeugen

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BERGKARABACH

Wegen ihres Glaubens in Haft

Wegen ihres Glaubens in Haft

In Bergkarabach werden Zeugen Jehovas im wehrpflichtigen Alter inhaftiert, weil sie den Wehrdienst aus Gewissensgründen ablehnen. Die Regierung erkennt das Recht auf Wehrdienstverweigerung nicht an und bietet keinen zivilen Ersatzdienst an. Demzufolge werden junge Zeugen Jehovas zu Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie sich wegen ihrer persönlichen religiösen Überzeugung weigern, zur Waffe zu greifen.

Bemühungen um zivilen Ersatzdienst scheitern

Am 29. Januar 2014 erhielt Artur Awanesjan, ein Zeuge Jehovas, den Einberufungsbescheid von der Einberufungsbehörde Askeran. Am folgenden Tag reichte er bei der Militärverwaltungsbehörde in Bergkarabach einen Antrag ein, um einen zivilen Ersatzdienst leisten zu können. Sein Anwalt traf sich umgehend mit Behördenvertretern von Bergkarabach und Armenien, und es schien so, als ob Artur Awanesjan den Zivildienst in Armenien ableisten könne.

Von einem positiven Ergebnis ausgehend zog er nach Armenien um und reichte am 13. Februar 2014 in Masis (Armenien) seinen Zivildienstantrag ein. Aber statt sich vor der Zivildienstkommission der Republik Armenien erklären zu können, wurde er am 14. Juli 2014 zur Polizeihauptwache nach Jerewan beordert. Als er dort ankam, warteten schon Polizisten aus Bergkarabach auf ihn. Sie nahmen ihn fest und brachten ihn zurück nach Bergkarabach. Am nächsten Tag wurde er in Untersuchungshaft gebracht und vor einem Gericht erster Instanz angeklagt.

Während der Verlesung der Anklageschrift erfuhr er, dass das Gericht bereits vier Monate zuvor einen Haftbefehl gegen ihn ausgestellt und angeordnet hatte, dass er bis zur Verhandlung in Untersuchungshaft genommen werden sollte. Das Gericht bestätigte diese Anordnung und Artur Awanesjan wurde umgehend inhaftiert. Das Gericht lehnte jede Beschwerde gegen seine Untersuchungshaft ab.

Am 30. September 2014 verurteilte das Gericht Artur Awanesjan zu 30 Monaten Haft; das Berufungsgericht bestätigte das Urteil. Artur Awanesjan legte dann beim Obersten Gerichtshof von Bergkarabach Rechtsmittel ein, aber am 25. Dezember 2014 bestätigte auch dieses Gericht das Urteil.

In Bergkarabach werden weiterhin junge Männer inhaftiert, weil sie sich an ihr von der Bibel geprägtes Gewissen halten. Damit verstößt Bergkarabach gegen internationale Standards, die Wehrdienstverweigerern aus Gewissensgründen die Würde zugestehen, einen zivilen Ersatzdienst zu leisten.

Rückblick

  1. 25. Dezember 2014

    Der Oberste Gerichtshof in Bergkarabach bestätigt das Urteil gegen Artur Awanesjan.

  2. 30. September 2014

    Ein Gericht in Martakert verurteilt Artur Awanesjan in erster Instanz zu 30 Monaten Haft.

  3. 14. Juli 2014

    Artur Awanesjan wird in Armenien festgenommen, nach Bergkarabach gebracht und dort in Untersuchungshaft genommen.

  4. 30. Dezember 2011

    Der 18-jährige Zeuge Jehovas Karen Harutjunjan wird zu 30 Monaten Haft verurteilt, weil er den Wehrdienst aus Gewissensgründen verweigert hat.

  5. 16. Februar 2005

    Areg Awanesjan, ein Zeuge Jehovas, ist wegen seiner Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen inhaftiert und wird zu 48 Monaten Haft verurteilt.

  6. 12. und 13. Juni 2001

    Drei Zeugen Jehovas kommen für sechs bis zwölf Monate ins Gefängnis, weil sie sich weigerten, den Wehrdienst zu leisten und an Militärübungen teilzunehmen.