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Jehovas Zeugen

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11. JUNI 2015
ASERBAIDSCHAN

Jehovas Zeugen fordern Ende von unrechtmäßiger Inhaftierung in Aserbaidschan

Jehovas Zeugen fordern Ende von unrechtmäßiger Inhaftierung in Aserbaidschan

Jehovas Zeugen wenden sich zurzeit an internationale Behörden, damit sich diese gegen die unrechtmäßige Inhaftierung von Irina Sachartschenko und Walida Dschabrailowa aussprechen. Die beiden Frauen befinden sich seit dem 17. Februar 2015 in Haft. Das Bezirksgericht Sabail hatte sie zu drei Monaten Untersuchungshaft verurteilt, weil sie beschuldigt worden waren, religiöse Literatur ohne Genehmigung verteilt zu haben. Vor Kurzem hat das Gericht die Haft um zwei Monate verlängert.

Irina Sachartschenko und Walida Dschabrailowa

Friedliche Bürgerinnen werden wie gefährliche Verbrecher behandelt

Am 5. Dezember 2014 sprachen Irina Sachartschenko und Walida Dschabrailowa mit den Bewohnern eines Apartmentgebäudes in Baku über die Bibel. Sie wurden von der Polizei festgehalten, durften aber nach ein paar Stunden wieder gehen. Trotzdem wurden sie danach wiederholt verhört, und am 17. Februar 2015 wurden sie von Vertretern des Ministeriums für Nationale Sicherheit (MNS) unerwartet in eine nicht öffentliche Gerichtsverhandlung gebracht. Der Richter bezeichnete sie als „Gefahr für die Öffentlichkeit“ und rechtfertigte damit die Untersuchungshaft. Die beiden Frauen wurden unmittelbar im Hauptsitz des MNS inhaftiert (siehe Bild oben).

Danach hat das MNS bei beiden eine umfassende Hausdurchsuchung durchgeführt und dabei religiöse Literatur, persönliche Notizbücher, einen Laptop und ein Mobiltelefon beschlagnahmt. Das Gericht hat jegliche Rechtsmittel seitens der Frauen abgewiesen und lehnt es auch ab, die Untersuchungshaft durch Hausarrest zu ersetzen.

Große Sorge um Gesundheit und Wohlbefinden

Anwälte, Familie und Freunde der beiden Frauen sind besorgt um deren Gesundheit und Wohlbefinden; beides wird ihrer Meinung nach zunehmend schlechter. Irina Sachartschenko ist 55 Jahre alt und nach Einschätzung von Ärzten zu 80 Prozent behindert, weil sie an schwerer Arthritis leidet und eine Verletzung am rechten Bein hatte.

Besondere Sorge bereitet die emotionale Verfassung der Frauen. Das MNS erlaubt nur den Anwälten, sie zu besuchen. Verwandte dürfen ihnen notwendige Dinge wie Kleidung, Medikamente und Hygieneartikel nur einmal im Monat zukommen lassen. Familienangehörige wollten den Frauen Trost spenden und ihnen deswegen eine Bibel zukommen lassen, aber das MNS lehnte das ab.

Wird Aserbaidschan religiöse Toleranz beweisen?

Im Zuge der Ermittlungen gegen Irina Sachartschenko und Walida Dschabrailowa hat das MNS mindestens 20 weitere Zeugen Jehovas vorgeladen und verhört sowie mindestens 10 Hausdurchsuchungen vorgenommen. Außerdem haben Vertreter des MNS, der Polizei und des Staatlichen Komitees für religiöse Institutionen den Königreichssaal durchsucht, in dem die Frauen Gottesdienste besuchten.

Die aserbaidschanischen Behörden ließen Jehovas Zeugen keine andere Wahl, als sich beim Amt des Hohen Kommissars der Vereinten Nationen für Menschenrechte zu beschweren und bei einer Reihe von internationalen Organisationen auf diese unrechtmäßige Vorgehensweise Aserbaidschans aufmerksam zu machen. Aserbaidschan hat sich international verpflichtet, Menschenrechte und grundlegende Freiheiten zu achten, und brüstet sich damit, ein religiös tolerantes Land zu sein.

Jehovas Zeugen fordern die Regierung Aserbaidschans deswegen auf, ihren Verpflichtungen in Bezug auf Menschenrechte nachzukommen und Jehovas Zeugen zu gestatten, ihren Glauben friedlich auszuüben. Sie fordern die Regierung Aserbaidschans auch dazu auf, die beiden unschuldigen Frauen unverzüglich freizulassen.