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Jehovas Zeugen

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ASERBAIDSCHAN

Aserbaidschan: Überblick

Aserbaidschan: Überblick

Jehovas Zeugen wurden 1999 erstmals in Baku registriert und erhielten 2002 die erneute Registrierung. * In den folgenden Jahren hatten Jehovas Zeugen ein gewisses Maß an Religionsfreiheit, standen aber unter starker staatlicher Kontrolle, wozu auch Polizeirazzien bei Gottesdiensten und Literaturzensur gehörten.

Nachdem das Staatliche Komitee für die Arbeit mit religiösen Vereinigungen (SCWRA) Anpassungen des Religionsgesetzes vorgenommen hat, ist die freie Religionsausübung für Zeugen Jehovas in Aserbaidschan noch schwieriger geworden. Im Jahr 2010 verwehrte das SCWRA aus formalen Gründen eine erneute Registrierung; damit war die Religionsgemeinschaft von Jehovas Zeugen in Baku rechtlich nicht mehr vollständig anerkannt. Jehovas Zeugen wollten sich auch in anderen Städten Aserbaidschans registrieren lassen — jedoch ohne Erfolg.

Nach wie vor leiden Jehovas Zeugen unter Schikanen und Einschränkungen. Die Polizei hat Hausdurchsuchungen bei ihnen durchgeführt und persönliches Eigentum beschlagnahmt, unter anderem auch Bibeln. Einige Zeugen Jehovas wurden festgenommen und strafrechtlich verfolgt, weil sie mit anderen über ihren Glauben sprachen. Sie wurden zu hohen Geld- und Haftstrafen verurteilt. Wegen der fehlenden Registrierung sehen die Behörden die Gottesdienste von Jehovas Zeugen als illegal an und stören sie, nehmen Anwesende fest und verhängen hohe Geldstrafen.

Seit November 2015 hat das SCWRA die Literaturimporte von Jehovas Zeugen nicht mehr behindert. Allerdings sind die anhaltenden Verletzungen der Religionsfreiheit mit Aserbaidschans Verpflichtungen gegenüber dem Europarat unvereinbar. Des Weiteren hat die Regierung es versäumt, Zivildienst zu ermöglichen. Deswegen werden junge Zeugen Jehovas, die den Wehrdienst aus Gewissensgründen verweigern, mitunter schikaniert und strafrechtlich verfolgt.

Während der letzten zehn Jahre haben Jehovas Zeugen in Aserbaidschan 22 Beschwerden beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte sowie 4 Beschwerden beim UN-Menschenrechtsausschuss eingereicht, um mehr Religionsfreiheit zu erhalten. Vertreter von Jehovas Zeugen sind mit den Behörden in Aserbaidschan in Kontakt und versuchen dafür zu sorgen, dass die Rechte von Zeugen Jehovas nicht mehr verletzt werden.

^ Abs. 2 Eingetragen als Religiöse Gemeinschaft von Jehovas Zeugen in der Republik Aserbaidschan.