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Jehovas Zeugen

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Das Ortsgericht Wyborg: Richter Roman Jurjewitsch Petrow beauftragte das Zentrum für soziokulturelle Gutachten mit der Untersuchung der Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift (herausgegeben von Jehovas Zeugen)

28. NOVEMBER 2016
RUSSLAND

TEIL 3

Russisches „Gutachtergremium“ untersucht Extremismus — Experten enthüllen Hintergründe

Russisches „Gutachtergremium“ untersucht Extremismus — Experten enthüllen Hintergründe

Dies ist der letzte Artikel einer dreiteiligen Serie von Exklusivinterviews mit anerkannten Wissenschaftlern für Religion, Politik und Soziologie sowie Experten im Bereich für Osteuropäische Geschichte.

ST. PETERSBURG (Russland): Per gerichtlicher Anordnung werden Jehovas Zeugen und die von ihnen herausgegebene Literatur untersucht. Damit beauftragt wurde das Zentrum für soziokulturelle Gutachten in Moskau. Ein Gutachten wurde bereits im August 2015 abgeschlossen und wurde verwendet, um gegen die Neue-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift (herausgegeben von Jehovas Zeugen) vorzugehen. Ein weiteres Gutachten steht noch aus.

Dr. Mark R. Elliott

Namhafte Experten innerhalb und außerhalb Russlands stellen diese Gutachten infrage. Einer dieser Wissenschaftler, Dr. Mark R. Elliott, Gründer und Verleger des East-West Church and Ministry Report, schildert seine Beobachtungen: „Zeugenaussagen über Religionsfragen von staatlich anerkannten ‚Experten‘, einschließlich solche mit einer Aversion gegen die Literatur von Jehovas Zeugen, lassen üblicherweise jede Fachkenntnis und Glaubwürdigkeit vermissen. Das zeigt sich darin, dass sie unzutreffende Aussagen über Glaubensansichten machen.“

Dr. Roman Lunkin

Dr. Roman Lunkin, Vorsitzender des Zentrums für Religion und Gesellschaft am Europainstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau, bewertet die Beauftragung des Zentrums für soziokulturelle Gutachten wie folgt: „Keiner dieser Experten hat einen akademischen Grad in einer Religionswissenschaft vorzuweisen. Außerdem sind sie nicht mit der Literatur von Jehovas Zeugen vertraut. Ihre Dokumente enthalten Zitate des Instituts Irenaeus von Lyon, einer radikalen orthodoxen Anti-Kult-Bewegung. Diese Bewegung ist dafür bekannt, gegen Jehovas Zeugen und gegen viele andere Religionen und Konfessionen zu opponieren.“

Dr. Jekaterina Elbakjan

„Leider muss ich Dr. Lunkin zustimmen“, sagt Dr. Jekaterina Elbakjan, Professorin für Soziologie und Management sozialer Prozesse (Akademie für Arbeit und soziale Beziehungen in Moskau). „In Russland werden zurzeit häufig religiöse Expertenstudien von Personen durchgeführt, die nicht fachkundig sind und sie erfolgen zudem als sogenannte Gefälligkeitsgutachten, sodass die Experten nicht frei sind ihre wahren Erkenntnisse zu veröffentlichen.“

Dr. Elbakjan nahm an zwei Gerichtsverhandlungen in Taganrog teil und war als Sachverständige am Berufungsgericht in Rostow am Don anwesend. Sie erinnert sich: „Ich habe mit eigenen Augen das Videomaterial gesehen, das verwendet wurde, um Jehovas Zeugen als extremistisch einzustufen. Zwei Mal habe ich vor Gericht ausführlich begründet, warum auf diesem Video keine extremistischen Aktivitäten, sondern ein ganz normaler christlicher Gottesdienst zu sehen war. Aber das Gericht zog meine Sachverständigenaussage nicht in Betracht. Das ist ein klarer Trend in Richtung systematischer religiöser Diskriminierung. Davor kann man unmöglich die Augen verschließen. Solange diese Richtung beibehalten wird, haben gläubige Menschen nichts in der Hand, um diesen Stempel des Extremismus abzuwehren, den sie allein wegen ihrer Glaubensausübung aufgedrückt bekommen.“

Medienkontakt:

International: David A. Semonian, Office of Public Information, Telefon +1 718 560 5000

Russland: Jaroslaw Siwulski, Telefon +7 812 702 2691

 

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