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Jehovas Zeugen

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3. DEZEMBER 2014
DÄNEMARK

Jehovas Zeugen stoßen fremdblutfreie Chirurgie in Dänemark an

Jehovas Zeugen stoßen fremdblutfreie Chirurgie in Dänemark an

KOPENHAGEN (Dänemark): Wie die dänische Presse berichtet, gibt es bei der medizinischen Fachwelt in der Region Hovedstaden ein Umdenken beim Blutmanagement. Gemäß der Tageszeitung Kristeligt Dagblad „wurde festgestellt, dass viel mehr Patienten ohne Spenderblut auskommen können“. Weiter heißt es: „Jehovas Zeugen waren der Grund dafür, warum fremdblutfreie Chirurgie eingeführt wurde.“ Jehovas Zeugen wünschen sich die beste medizinische Behandlung, lehnen aber aus religiösen Gründen Bluttransfusionen ab. Weltweit gibt es über 8 000 000 Zeugen Jehovas, in Dänemark sind es über 14 000.

Dänische Krankenhäuser haben den höchsten Pro-Kopf-Verbrauch von Fremdblut weltweit, teilweise liegt er 50 bis 100 Prozent über dem Wert von anderen europäischen Krankenhäusern. Doch es zeichnet sich eine Wende ab. Die Nachrichtenseite Politiken schreibt in ihrem Artikel „Fremdblutfreie Operationen auf dem Vormarsch“: „Zeugen Jehovas bringen Ärzte dazu, Alternativen zu erforschen“, wenn es um Eingriffe geht, die sonst oft mit Spenderblut durchgeführt werden. Einige Ärzte haben begonnen, bei der Behandlung von Zeugen Jehovas verschiedene Methoden einzusetzen, um den Blutverlust auszugleichen oder zu minimieren. Dazu gehören unter anderem der präoperative Einsatz von Erythropoetin, Eisen und Vitamine des B-Komplexes sowie von Blutungshemmern (Antifibrinolytika) während der Operation. Die Zeitung The Copenhagen Post berichtet: „Jedes Jahr wird bei fünf bis zehn Zeugen Jehovas eine große Herzoperation im Universitätskrankenhaus Skejby in Århus durchgeführt“ — ohne Spenderblut.

Rigshospitalet ist ein hochspezialisiertes Krankenhaus und eine der größten Universitätskliniken Dänemarks; hier wurde 2009 ein Blutmanagement-Projekt für die Region Hovedstaden eingeführt

Mittlerweile gibt es auch immer mehr klinische Belege für die großen Risiken von Bluttransfusionen. Dessen ist man sich in der medizinischen Fachwelt in Dänemark ebenfalls bewusst. Im Rigshospitalet in Kopenhagen wurde 2009 ein Blutmanagement-Projekt eingeführt. Wie die Zeitung Berlingske berichtet, wurde dadurch der Verbrauch von Spenderblut bedeutend reduziert. Außerdem gab es bei den Patienten „weniger Komplikationen und eine niedrigere Sterblichkeitsrate“. Die meisten anderen Krankenhäuser aus der Region sind mittlerweile dem Projekt beigetreten und Krankenhäuser in anderen Regionen planen das ebenfalls.

Die Zeitung Berlingske zitierte außerdem Dr. Morten Bagge Hansen, Forscher und Leiter der Blutbank im Rigshospitalet. Er bezeichnete den deutlich verringerten Gebrauch von Spenderblut in Dänemark als „bedeutenden Fortschritt im Interesse der Patienten“. Danmarks Radio und Kristeligt Dagblad zitieren Dr. Astrid Nørgaard, ärztliche Direktorin im Rigshospitalet, die zu dem Schluss kommt: „Fremdblutfreie Chirurgie wäre ohne Jehovas Zeugen nicht das, was sie heute ist.“

Medienkontakt:

International: J. R. Brown, Office of Public Information, Telefon +1 718 560 5000

Dänemark: Erik Jørgensen, Telefon +45 59 45 60 00