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30. MAI 2019
USBEKISTAN

Abendmahl in ganz Usbekistan öffentlich gefeiert

Am 19. April 2019 konnten Jehovas Zeugen zum ersten Mal seit Langem in ganz Usbekistan die Feier zum Gedenken an den Tod Christi öffentlich abhalten.

Jehovas Zeugen in Usbekistan sind nur in Tschirtschik, einer Stadt nahe Taschkent, offiziell anerkannt. Aus Angst vor polizeilichem Einschreiten wurde das Abendmahl außer in Tschirtschik bislang überall im Land heimlich abgehalten. Dieses Jahr informierten Jehovas Zeugen die Polizei über die Feier und luden sie auch dazu ein. Die Beamten reagierten freundlich und ergriffen sogar Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Anwesenden. In manchen Gegenden wohnten Polizeibeamte der Gedenkfeier bei.

Wie auf dem Foto oben zu sehen, hielt Bruder Mark Sanderson von der leitenden Körperschaft die Ansprache in einem Königreichssaalkomplex in Tschirtschik. Das Programm wurde ins Russische übersetzt. Insgesamt waren 781 Besucher anwesend. Am selben Abend fanden in diesem Gebäudekomplex noch zwei weitere Abendmahlsfeiern statt.

Während seines Besuchs kam Bruder Sanderson mit Vertretern des Justizministeriums und des Nationalen Zentrums für Menschenrechte zusammen. Dabei wurde er von Paul Gillies aus der Weltzentrale und zwei Brüdern aus Zentralasien begleitet. Die Gruppe konnte bei dieser Gelegenheit Fakten über unseren Glauben und unsere Organisation präsentieren. Von einer solchen Kommunikation erhofft man sich, dass Jehovas Zeugen in weiteren Städten und Gemeinden amtlich eingetragen werden. Das würde die Suche nach geeigneten Räumlichkeiten für Zusammenkünfte deutlich erleichtern.

Mark Sanderson und die anderen Brüder der Delegation vor dem Justizministerium der Republik Usbekistan

Die öffentliche Abendmahlsfeier und das gelungene Zusammentreffen mit den Amtsträgern sind die neuesten positiven Entwicklungen in Usbekistan. In den vergangenen sechs Monaten hat es bei Jehovas Zeugen in diesem Land keine Razzien, Geldstrafen oder Festnahmen gegeben. Und vor etwa einem Jahr, am 14. Mai 2018, erklärte Javlon Vakhabov, der usbekische Botschafter in den USA, das Parlament arbeite an einer Gesetzesänderung, durch die es für Jehovas Zeugen leichter würde, sich amtlich eintragen zu lassen.

Wir bitten Jehova um seinen Segen für unsere Glaubensbrüder in Usbekistan, damit sie „weiter in völliger Gottergebenheit und Ernsthaftigkeit ein ruhiges und stilles Leben führen können“ (1. Timotheus 2:2).