Nur neun Tage nach der unrechtmäßigen Verurteilung von Dennis Christensen durch ein russisches Gericht wurden mindestens sieben Zeugen Jehovas von russischen Ermittlungsbeamten in der westsibirischen Stadt Surgut mit Stromstößen, Erstickung und Schlägen körperlich misshandelt. Unter Folter sollten unsere Glaubensbrüder die Orte ihrer Zusammenkünfte sowie die Namen anderer Zeugen Jehovas preisgeben.

Der Vorfall begann am frühen Morgen des 15. Februar 2019 mit Razzien in Surgut. Nach der Festnahme einiger Zeugen Jehovas, die anschließend zu den Büros der Ermittlungsbeamten gebracht wurden, begannen die Vernehmungen, in denen sich die Brüder weigerten, Einzelheiten über ihre Mitgläubigen offenzulegen. Die Opfer schilderten, was geschah, nachdem der einzige anwesende Rechtsbeistand gegangen war: Man zog ihnen eine Plastiktüte über den Kopf und klebte sie zu, fesselte ihre Hände hinter dem Rücken und schlug sie. Sie wurden nackt ausgezogen und mit Wasser überschüttet, dann versetzten die Beamten ihnen Stromschläge mit Elektroschockern. Die grausame Folterung dauerte etwa zwei Stunden.

Mindestens drei Zeugen Jehovas sind noch inhaftiert. Diejenigen, die bereits entlassen wurden, haben sich wegen ihrer Verletzungen in ärztliche Behandlung begeben und Beschwerden bei Aufsichtsbehörden eingereicht.

Nach den Razzien wurden außerdem Strafverfahren gegen insgesamt 19 Zeugen Jehovas eingeleitet wegen angeblicher „Beteiligung an extremistischen Aktivitäten“ und des „Organisierens von Aktivitäten einer extremistischen Organisation“.

Ein so ungeheuerlicher Machtmissbrauch ist nach russischem Recht strafbar. Zudem ist die Russische Föderation an mehrere internationale Abkommen gebunden, die Menschen vor Folter schützen. Deshalb werden Jehovas Zeugen von jedem möglichen Rechtsmittel auf innerstaatlicher und internationaler Ebene Gebrauch machen, um den Opfern dieses Verbrechens Recht zu verschaffen.

Letztlich haben wir die Gewissheit, dass Jehova die Verfolgung unserer Brüder in Russland sieht und als ihr Helfer und Befreier eintreten wird (Psalm 70:5).