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Andrej und seine Frau Swetlana vor dem Gerichtsgebäude nach der Verkündung der Entscheidung

22. AUGUST 2019
RUSSLAND

Berufungsgericht ordnet Entlassung von Bruder Andrej Suworkow aus dem Hausarrest an

Am 13. August 2019 entschied das Berufungsgericht der Stadt Kirow, den 26-jährigen Andrej Suworkow aus dem Hausarrest zu entlassen. Unserem Glaubensbruder Suworkow wird damit zwar mehr Freiheit zugestanden; das Strafverfahren gegen ihn ist aber noch nicht beendet.

Wie bereits berichtet wurde, waren Bruder Suworkow, sein Stiefvater und drei andere Zeugen Jehovas festgenommen worden, als am 9. Oktober 2018 die örtliche Polizei sowie maskierte Spezialeinheiten 19 Wohnungen in Kirow gestürmt hatten.

Bruder Suworkow berichtet von der Razzia in seiner Wohnung: „Viele unserer Wertgegenstände wurden beschlagnahmt. Aber meine Frau und ich haben uns darüber keine Sorgen gemacht, da wir immer versucht hatten, ein einfaches Leben zu führen und unser Herz nicht an Materielles zu hängen. Der Rat aus Matthäus 6:21: ‚Denn wo dein Schatz ist, da wird auch dein Herz sein‘, hat uns geholfen, die Ruhe zu bewahren.“

Im Anschluss an die Razzien wurden Strafverfahren gegen Bruder Suworkow, seinen Stiefvater und die drei anderen Glaubensbrüder eröffnet, weil sie Königreichslieder gesungen, religiöse Literatur gelesen und ein Exemplar der russischen Neuen-Welt-Übersetzung der Heiligen Schrift besessen hatten. Sie wurden alle vorläufig in Gewahrsam genommen und warteten auf die richterliche Entscheidung, ob sie freigelassen oder in Untersuchungshaft genommen werden würden.

Bruder Suworkow beschreibt seine Erfahrungen: „Ich verbrachte zwei Nächte in einer Art temporärer Haftanstalt. Am Anfang habe ich ständig gebetet. Ich war sicher, dass Jehova mich hörte und stützen würde. Ich rief mir die Melodien von Königreichsliedern in Erinnerung und sang sie. Nach einer Weile kam ich auf mehr als 50 Melodien und Liedtexte.“

Das Gericht ordnete Untersuchungshaft gegen Bruder Suworkow und die anderen an. Während seiner ersten Woche in Haft konzentrierte sich Bruder Suworkow darauf, anderen zu helfen. Er erzählt: „Ich beschloss, Glaubensbrüder in meinen Gebeten namentlich zu erwähnen und aufmunternde Briefe an diejenigen zu schreiben, deren Adressen mir einfielen. Das hat mir Freude bereitet“ (Apostelgeschichte 20:35).

Im Lauf der Monate wurden die Brüder aus Kirow mit Ausnahme von Andrzej Oniszczuk aus der Untersuchungshaft in den Hausarrest entlassen. Bruder Suworkow ist der Erste von ihnen, der aus dem Hausarrest entlassen wurde.

„Wenn ich zurückblicke“, erklärt Bruder Suworkow, „bin ich sehr froh, so eine Erfahrung im Gefängnis gemacht zu haben. [...] Ich weiß nicht, was die Zukunft bringen wird oder ob ich wieder in Haft kommen werde. Jetzt bin ich zuversichtlich, dass ich die Unterstützung Jehovas und seiner Organisation haben werde, selbst wenn ich im Gefängnis bin. Angst davor, ins Gefängnis zu kommen, habe ich nicht.“